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Stallone vs. De Niro

Zwei Legenden wollen es noch einmal wissen und steigen für einen neuen Film wieder in den Box-Ring.

Die Komödie «Grudge Match» – in Anlehnung an die Boxfilme von Sylvester Stallone und Robert De Niro – ist an vielen Stellen witzig, aber nicht der grosse Wurf. Echo auf «Rocky» und «Raging Bull»: Für viele Boxfilmfans muss es wie Musik in den Ohren geklungen haben, als bekannt wurde, dass Sylvester Stallone und Robert de Niro gemeinsam in den Ring steigen würden. Quasi ein Kampf zwischen den legendären Filmfiguren Rocky Balboa und Jake LaMotta.

Die Komödie «Grudge Match» (Zwei vom alten Schlag) nimmt die Fährte der preisgekrönten Boxfilme aus den 1970ern und 1980ern auf. Der Film von Regisseur Peter Segal ist an vielen Stellen sehr originell und witzig - aber insgesamt nicht der grosse Wurf. Es bleibt bei einem eher sanften Schlagabtausch.

Die Pittsburgher Erzrivalen im Boxring, «Razor» (Stallone, 67) und «Kid» (De Niro, 70), sind in die Jahre gekommen. Henry «Razor» Sharp arbeitet mittlerweile in einem Stahlwerk und auf dem Konto herrscht gähnende Leere. Er lötet in seiner Freizeit kleine Tierfiguren. Billy «The Kid» McDonnen tritt im Glitzer-Boxmantel und einer Handpuppe in einer Bar auf und erzählt von seinen alten Erfolgen als Boxlegende - für fiese Gäste ein gefundenes Fressen.

Videospiel als Ausgangspunkt

Die beiden wissen, dass die Sternstunden ihrer Karrieren weit zurückliegen. Vor 30 Jahren kämpften sie gegeneinander und waren Stars - zum alles entscheidenden Finale kam es allerdings nie.

Als ein geschäftstüchtiger Promoter (Kevin Hart) die beiden überreden kann, für ein Videoboxspiel ihre Stimmen in einem Studio einspielen zu lassen, kommt es zum ersten Zusammentreffen nach vielen Jahren. Es «funkt» sofort - die Rivalität ist erneut entfacht. Das illustre Rentner-Boxen wird im Internet als Video gepostet - und die Idee ist geboren: Ein finaler Boxkampf.

Parodie auf Vorgänger

Natürlich hat Segal die Komödie mit jeder Menge Referenzen auf die alten Boxerfilme gespickt. Da ist zum Beispiel die Kühlhaus-Szene, in der «Rocky» Rinderhälften als Sparring-Partner benutzt. In «Grudge Match» will Stallone das wieder tun, aber sein Trainer (Alan Arkin) hält ihn zurück: «Was hast Du vor? Wir kaufen uns hier was zum Abendessen, Du musst nicht auf alles eindreschen.»

Auch Rockys gewöhnungsbedürftiger Morgendrink aus rohen Eiern hat einen Auftritt. Die Szene musste laut Stallone zwei Mal gedreht werden: «Das erste Mal war schon nicht schön. Aber wir hatten alles im Kasten, alles gut. Und dann bringt Arkin mich zum Lachen!» Weil Stallone die Eier rausprustete, musste noch einmal getrunken werden.

«Respekt vor dem Alter gibt es leider kaum»

Bleibt der knapp zweistündige Film auf dieser Referenzebene und setzt auf Situationskomik, funktioniert das Ganze recht gut. Weniger schlüssig sind die Nebenhandlungen: Kim Basinger etwa als Frau zwischen den beiden Kontrahenten und ihr Sohn, der eine fehlende Vaterbeziehung aufzuarbeiten hat.

Überzeugender das Thema Alter: Bei einer schlecht besuchten Pressekonferenz, die «Razor» und «Kid» vor ihrem Kampf geben, fragt etwa einer der Journalisten die beiden zynisch: «Wenn einer von Euch k.o. geht, drückt der andere dann die Notfalltaste vom Roten Kreuz?» De Niro beklagte sich jüngst im dpa-Interview über Diskriminierung im Alter. «Respekt vor dem Alter gibt es leider kaum. Ich bedaure das, aber so ist wohl das Leben.»

SDA

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