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Subvention für Blocher-Doku sorgt für giftige Kommentare

Bald wird am Filmfestival in Locarno ein Dokumentarfilm über den Nationalratswahlkampf von Christoph Blocher gezeigt. Der Bund steuerte fast die Hälfte des Budgets bei. Das stösst einigen sauer auf.

«Bundesrat Berset wird sich zu diesem Thema ein paar kritische Fragen gefallen lassen müssen»: Christoph Blocher (r.) und Filmemacher Jean-Stéphane Bron. (Bild: Promotionsbild, Frenetic Films)
«Bundesrat Berset wird sich zu diesem Thema ein paar kritische Fragen gefallen lassen müssen»: Christoph Blocher (r.) und Filmemacher Jean-Stéphane Bron. (Bild: Promotionsbild, Frenetic Films)

Am 13. August wird am Filmfestival Locarno «L’Expérience Blocher» gezeigt, ein Dokumentarfilm des Waadtländer Filmemachers Jean-Stéphane Bron («Mais im Bundeshaus») über SVP-Politiker Christoph Blocher. Bron hat Blocher während des nationalen Wahlkampfs 2011 mit der Kamera begleitet.

Bereits vor der Premiere sorgt nun die Finanzierung des Films für Unmut, wie die «NZZ am Sonntag» schreibt. Das Bundesamt für Kultur hat nämlich 260'000 Franken gesprochen – fast die Hälfte des Budgets.

«Kulturpolitisch uninteressant»

Darüber regt sich SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger Oberholzer auf: «Ich sehe überhaupt keinen Anlass, warum man einen Film über Christoph Blocher mit Bundesgeldern fördern sollte.» Milliardär Blocher könne Filme über sich doch aus der eigenen Tasche bezahlen. «Kulturpolitisch ist dieses Thema zudem uninteressant.» Im Wahlkampf 2011 habe schliesslich nicht die SVP im Fokus gestanden.

Leutenegger Oberholzer will allenfalls noch weiter gehen: «Bundesrat Berset wird sich zu diesem Thema ein paar kritische Fragen gefallen lassen müssen. Ich überlege mir, ob ich politisch aktiv werden soll.» Schauen wolle sie den Film nicht, es gehe ums Prinzip und nicht um den Inhalt.

Auch andere linke Politiker finden es nicht ideal, dass der Bund einen Film über jemanden mitfinanziert, der bereits viel Macht hat. Andererseits sei Blocher eine prägende Figur und man könne nicht Themen verbieten, sonst drohe Zensur, lautet der Tenor.

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