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Takeshi Kitano: Kopfvoran in die Kunstwelt

Er gleicht immer mehr einer Schildkröte. Doch mit «Achilles and the Tortoise» läuft Takeshi Kitano (61) am Filmfestival Venedig wieder zu athletischer Form auf.

Der Japaner (in seiner Heimat ein TV-Komödiant, in Europa ein Filmautor) stürzt sich mit seinem jüngsten Werk kopfvoran in die Kunstwelt. Und überwindet die Krise, in die er sich zuletzt mit allzu grüblerischen Werken manövriert hatte.

«Ich zeige meine eigenen Gemälde im Film», sagt Kitano in Venedig. «Die sind so schlecht und so klar als Kopien grosser Künstler erkennbar, dass sie perfekt zu dieser Geschichte über die Grausamkeit der Kunst passen.»

Nur die Kunst zählt

Tatsächlich kommt in «Achilles» vor allem der Kunstmarkt schlecht weg. Und es wird fast so viel gestorben wie in Kitanos Frühwerk über die japanische Mafia. Das wirkt so, als ob Martin Scorsese zusammen mit Woody Allen ein paar Sakes gekippt hätte. Im Film lässt sich der Held Machisu (eine Anspielung auf Matisse) zwecks Inspiration fast ersäufen und verbrennen. Er verliert die Eltern, die Weggefährten und die eigene Tochter – und macht trotzdem weiter. Warum? Weil für ihn nur die Kunst zählt.

Auch Kitano, dessen rechte Gesichtshälfte seit einem Motorradunfall gelähmt ist, scheint in Venedig künstlerisch wieder auf der richtigen Spur. So todtraurig und witzig hatte man ihn zuletzt in »Hana-Bi» gesehen, der 1997 den Goldenen Löwen in Venedig gewann. Ob Kitano diesen Coup wiederholen kann?

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