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Tod eines Dichters

Der iranische Filmregisseur Abbas Kiarostami ist am Montag in Paris im Alter von 76 Jahren gestorben. Seine Filme sind elegische Gedichte, die ein Gefühl existenzieller Melancholie hinterlassen.

Abbas Kiarostami führte die Zuschauer zu Fragen, auf die er selbst keine einfachen Antworten hatte. Foto: Sophie Stieger
Abbas Kiarostami führte die Zuschauer zu Fragen, auf die er selbst keine einfachen Antworten hatte. Foto: Sophie Stieger

Vielleicht drückt man es am besten so aus: Mit dem iranischen Filmregisseur Abbas Kiarostami starb ein grosser Dichter. Es hat ihn nie gekränkt, wenn man von ihm sagte, er sei eher ein Lyriker als ein Dramatiker. Er habe dann, sagte er einmal, das Gefühl, doch einiges richtig gemacht zu haben. Denn seine Filme sind ja so: elegische Gedichte aus iranischer Natur und Realität, ruhige Spaziergänge oder Autofahrten, auf denen man Menschen trifft und in Stimmungen gerät, und daraus entwickelt sich dann womöglich nur das stille Einzelbild einer existenziellen Melancholie, oft auch eine Erzählung natürlich und sogar ein Drama ab und zu, aber nichts, was einen mit dramatischer Gewalt in den Sessel presst.

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