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TV-Kritik: Bösewicht ex Machina

Der «Tatort» aus Leipzig war ein filmischer Lurch zwischen Drama und Krimi und setzte auf eine Katja Riemann, die als Konkurrentin von Eva Saalfeld eine Spur zu selbstsicher auftrat.

Es war ein gespenstiger Auftakt. In einer eisigen Seelandschaft vernahm der Zuschauer den Schrei einer verzweifelten Mutter: «Aa-mee-liee.» Zuerst schwang darin ein Schimmer Hoffnung mit, doch wenig später war da nur noch Schmerz. Gleichzeitig zeigte die Kamera ein im Schneegestöber aufgebahrtes Mädchen. Die Hände hatte es gefaltet. «90 Prozent der Kindsmorde werden von Angehörigen begangen», sagte Kommissarin Saalfeld, als sie beim Tatort eintraf.

Ein Drama im Krimiformat zu erzählen, ist schwierig. Zwar liegt beiden Formen eine Katastrophe zugrunde. Doch oft stört die Suche nach dem Täter das sorgfältig aufgebaute Mitleid und den Schrecken der schicksalhaften Handlung. Die besten «Tatort»-Dramas sind denn auch solche, die ohne grosses Rätselraten Spannung entwickeln, indem sie den Fokus auf menschliche Makel – und die Konsequenzen daraus – richten.

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