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Und im Kopf: BSE

Im heutigen Kurzfilm dreht sich alles um Fleisch.

Hat Fleisch am Knochen: Kurzfilm «Viande» von Bruno Devilles.

Blut wird vom Boden gewischt, Kühe muhen, ganze Schweine hängen von der Decke und daneben trinken André und der Fleischverkäufer gemeinsam ein Bier. In dieser etwas unverdaulichen Szene hat André im Schlachthof gerade ein wenig Fleisch für seine Metzgerei besorgt. Er kann sich kaum noch etwas leisten. Der Rinderwahnsinn hat ihm schwer zugesetzt.

André steht im Film «Viande» von Bruno Devilles kurz vor der Pleite. Nicht nur sein Geschäft, sondern auch er ist nervlich am Ende. Nach einem anstrengenden Tag im Laden steht der abgemagerte Sohn vor der Tür. «Bist du sicher, dass du genug isst? Du bist so dünn, wie ein Rechen!» André hat seinen Sohn eingeladen, um ihm von seinen Plänen betreffend Zukunft der Metzgerei zu erzählen. Doch dazu kommt es nicht. Als André seinem Sohn den neuen Vertrag zeigen möchte, erklärt dieser mit hängenden Schultern und müdem Blick, dass er an einer schweren Krankheit leide und den Laden nicht übernehmen könne.

Ein Unglück kommt aber selten allein: Am selben Abend als André von der Krankheit seines Sohnes erfährt, bekommt er Besuch von einer Kundin, die eine Made in dem von ihm verkauften Fleisch gefunden hat. Dem Metzger platzt wortwörtlich der Kragen und kann sich nicht mehr halten. Er schmeisst seine Kundin kurzerhand aus dem Laden und klagt bei seinem Sohn: «Was haben wir nur falsch gemacht, dass wir so etwas durchmachen müssen?» Dieser kann ihn aber wieder ein bisschen besänftigen.

Als sich André dann wieder etwas beruhigt hat und er das Fleisch fürs Abendessen in der Pfanne brutzelt, merken Vater und Sohn schliesslich, dass sie vielleicht doch viele Dinge richtig gemacht haben und dass gewisse Krankheiten sogar andere Plagen ausmerzen können.

Der Schweizer Film mit belgischem Flair wurde an den Solothurner Filmtagen, am Festival internazionale del film Locarno und an den Internationalen Kurzfilmtagen in Winterthur gezeigt. Gespielt werden Vater und Sohn von Bernard Kordylas und Jean-Benoît Ugeux.

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