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Verändert #MeToo heute auch die Oscars?

Am Nachmittag werden die Nominationen bekannt gegeben – verfolgen Sie die Veranstaltung ab 14.15 Uhr live.

Lauter Männchen: Moderator Jimmy Kimmel tritt an der Oscarverleihung 2018 am 4. März wieder an.
Lauter Männchen: Moderator Jimmy Kimmel tritt an der Oscarverleihung 2018 am 4. März wieder an.
Keystone
Die Frage heute: Werden Regisseurin Greta Gerwig (rechts) und ihre Hauptdarstellerin Saoirse Ronan nominiert?
Die Frage heute: Werden Regisseurin Greta Gerwig (rechts) und ihre Hauptdarstellerin Saoirse Ronan nominiert?
Keystone
Eines ist sicher: Alle Beteiligten werden versuchen, das Drama von 2017 zu vermeiden, bei dem am Schluss niemand so recht wusste, wer nun wirklich gewonnen hat – auch Moderator Jimmy Kimmel (rechts) nicht.
Eines ist sicher: Alle Beteiligten werden versuchen, das Drama von 2017 zu vermeiden, bei dem am Schluss niemand so recht wusste, wer nun wirklich gewonnen hat – auch Moderator Jimmy Kimmel (rechts) nicht.
Keystone
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Die Oscars sind glamourös, die Nominationen nicht. Um 14.22 Uhr unserer Zeit (in Los Angeles ist es dann 5.22 Uhr in der Früh) werden heute die Kandidaten in den technischen Kategorien angekündigt. Wenig später, um 14.38 Uhr, folgen diejenigen in den Hauptkategorien. Spannend aber ist die Veranstaltung allemal. Denn es ist so viel offen wie selten.

Erstens gibt es keinen eindeutigen Favoriten. Mit dem Gewinn des Preises der amerikanischen Film- und Produzentenvereinigung hat sich der Fantasyfilm «The Shape of Water» von Guillermo del Toro an die Spitze gesetzt. Härtester Konkurrent dürfte der Krimi «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» werden, der bei den Golden Globes als bestes Drama gewann. Aussenseiterchancen haben Filme wie «Dunkirk» und «The Big Sick».

Zweitens dürfte #MeToo die Ausgangslage verändern. Der ganz aus dem Ridley-Scott-Film «All the Money in the World» ausradierte Kevin Spacey kommt sowieso nicht mehr für einen Preis infrage, Dustin Hoffman hat auch keine Chance. Aber als Mitfavorit für die beste Hauptrolle wird immer noch James Franco gehandelt, gegen den in den letzten Tagen ebenfalls Vorwürfe laut wurden. Gut möglich, dass ihn dies noch aus dem Rennen wirft.

Drittens stellt sich natürlich die Frage, wie viele Frauen nominiert werden. Greta Gerwig gehört mit ihrem Film «Lady Bird» zu den Favoritinnen und dürfte es in der Kategorie Bester Film – wo acht bis zehn Filme nominiert werden – schaffen. Spannend ist, ob ihr dies auch in der Kategorie Regie gelingt, hier hat in der langen Oscar-Geschichte erst eine einzige Frau gewonnen.

28 Prozent der Akademie-Mitglieder sind Frauen

7258 Personen können dieses Jahr in der Oscar-Akademie abstimmen. In den letzten Jahren wurden mehr jüngere Mitglieder und Frauen aufgenommen, aber noch sind nur 28 Prozent der Abstimmenden weiblich. Sie könnten auch in der Kategorie Kamera Historisches schaffen: Wird Rachel Morrison für die beste Kamera im Netflix-Drama «Mudbound» nominiert, wäre sie die erste Frau überhaupt in dieser Kategorie.

Viertens wird auch die letztjährige Diskussion über die «weissen» Oscars wieder aufflammen, die ja mit dem Gewinn von «Moonlight» damals vorläufig beendet worden war. Dieses Jahr dürften afroamerikanische Protagonisten viel mehr Mühe haben, überhaupt nominiert zu werden. Der Horrorfilm «Get Out» gehört zwar zum erweiterten Favoritenkreis – wurde aber zum Beispiel bei den Golden Globes schnöde übergangen.

Fünftens beginnt die Oscarkampagne auch für Moderator Jimmy Kimmel heute so richtig. Dem Talkshow-Moderator, der zum zweiten Mal hintereinander antritt, ist zuzutrauen, die Verleihung am 4. März mit scharfer Zunge und der ihm eigenen Souveränität über die Bühne zu bringen. Er wird auch alles daransetzen, dass sich das Drama vom letzten Jahr (an dem er keine Schuld trug) nicht wiederholt – und am Ende wirklich der richtige Siegerfilm ausgerufen wird.

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