Zum Hauptinhalt springen

Vom Privileg, in die Slums zu fahren

«The Man Who Knew ­Infinity» handelt von einem indischen Nerd. Also buchte man Dev Patel. Ein Treffen mit dem Briten, der im Kino zu seinen Wurzeln reist.

«Du bist doch noch ein Kind!», sagte ­David Letterman 2008, als der damals 18-jährige Dev Patel auf seinem Sofa sass und über den Film sprach, der ihn auf einen Schlag berühmt machte. Danny Boyles «Slumdog Millionaire» wurde mit acht Oscars ausgezeichnet, Patel spielte darin den schmächtigen Halbwaisen ­Jamal, der sich als Kind durch die Slums Mumbais und später durch die «Wer wird Millionär»-Fragen kämpft. Er ­gewinnt und findet seine grosse Liebe wieder. «Yeah!», erwiderte der indischstämmige Brite strahlend und erzählte in der «Late Show» eifrig von seinem Sprung ins kalte Wasser von Hollywood.

Sieben Jahre später, am letzten Zurich Film Festival, ist nicht mehr viel vom knabenhaften Nerd von einst übrig. Patel trägt Bart, Anzug, dazu eine kontrolliert zerzauste Haarpracht und eine hübsche Luxusuhr. Das Strahlen aber ist geblieben. Während seine Managerin hektisch einen Journalisten nach dem anderen zum Kurzinterview weist, empfängt er diese mit coolem Lächeln. Wie das geht? «Viel Kaffee!», meint der Brite und schüttet das zweite Zuckerpäckchen in die Tasse.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.