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Von der Kunst, Gewalt spürbar zu machen

Das Filmfestival in Locarno widmet Sam Peckinpah eine umfassende Retrospektive. Der US-Regisseur war vor allem ein Virtuose der Dekonstruktion.

Von Pascal Blum
Der Regisseur Sam Peckinpah war ein Tyrann, der seine Crew manchmal auch einfach machen liess. Foto: ABC, The Kobal Collection
Der Regisseur Sam Peckinpah war ein Tyrann, der seine Crew manchmal auch einfach machen liess. Foto: ABC, The Kobal Collection

Er durchlöcherte die Menschen, aber mehr noch durchlöcherte er die Bilder. Er erzählte von Fallenden, die nicht wieder aufstehen, und von Auferstandenen, die im Kugelhagel enden. Die Gewalt in seinem Kino war eine Form der Ekstase, aber seine Filme wirkten, als wollten sie das Schicksal möglichst lange hinausschieben: bis zur finalen Eruption, in der die Helden im Staub versinken. Der amerikanische Filmregisseur Sam Peckinpah (1925–1984) war ein Gestalter der Impulse und ein Zertrümmerer der Strukturen. Er liess die Bilder gefrieren und drosselte die Bewegung, er zoomte, zerfledderte, zerschnippelte. Seine Cowboys konnten unmittelbar drauflosfeuern, aber genauso plötzlich durchschoss sie eine Fantasie oder ein Albtraum.

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