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Waltz stammelt, Lawrence grinst

Es sind die zwei Welten der Oscar-Gala: Auf der Bühne halten die Gewinner rührende Dankesreden oder stolpern auch mal auf der Treppe. Hinter den Kulissen lassen sie dann den Gefühlen freien lauf.

Er war überrascht, sie stolperte über das Kleid: Christoph Waltz spricht hinter der Bühne mit Jennifer Lawrence.
Er war überrascht, sie stolperte über das Kleid: Christoph Waltz spricht hinter der Bühne mit Jennifer Lawrence.
Vince Bucci, Keystone
Hätte am liebsten laut geflucht: Jennifer Lawrence, ausgezeichnet als beste Hauptdarstellerin, mit ihrer Mutter Karen Lawrence.
Hätte am liebsten laut geflucht: Jennifer Lawrence, ausgezeichnet als beste Hauptdarstellerin, mit ihrer Mutter Karen Lawrence.
Vince Bucci, Keystone
Familie Coppola – Roman, Eleanor und Francis Ford (von links) – war für einmal nicht im Rennen, kam aber gern zur Party.
Familie Coppola – Roman, Eleanor und Francis Ford (von links) – war für einmal nicht im Rennen, kam aber gern zur Party.
Vince Bucci, Keystone
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Michael Haneke zeigt sich hinter der Bühne nicht mehr. Christoph Waltz stammelt. Jennifer Lawrence hätte am liebsten laut geflucht: Mit dem Oscar in der Hand lassen die Gewinner hinter den Kulissen ihren Gefühlen freien Lauf.

Für Waltz kam die goldene Überraschung gleich zu Beginn der Oscar-Gala. Als ersten Preisträger krönte Hollywoods Filmakademie den Österreicher zum besten Nebendarsteller des Jahres. Hatte es bei «Inglourious Basterds» kaum jemand angezweifelt, so kam der zweite Goldjunge für «Django Unchained» für seinen Empfänger doch eher überraschend. Auf der Bühne verbeugte sich Waltz tief vor seinen Konkurrenten.

«Sie sind meine Vorbilder»

Hinter den Kulissen, die glänzende Trophäe unter den Arm geklemmt, räumte der 56-Jährige ein, er stehe unter Schock: «Deshalb sind meine Antworten auch etwas unverständlich, aber das ist mir egal».

Und dann ganz der coole Hollywoodstar: Nein, in Deutsch werde er nicht antworten, wies er die deutschen Reporter im Interviewraum, gleich neben der Oscar-Bühne, unmissverständlich ab.

In perfektem Hollywood-Sprech verbeugte sich Waltz noch einmal vor den Verlierern. Er habe «Ehrfurcht» vor ihnen, sagte er und fügte hinzu: «Robert De Niro und Alan Arkin sind seit meinen Anfängen in diesem Beruf meine Vorbilder».

Über Kleid gestolpert

Hat der Oscar-Gewinn für «Amour» Michael Haneke die Sprache verschlagen? Als einziger Preisträger liess sich der österreichische Regisseur Backstage nicht blicken. Eine Erklärung hatten die Academy-Organisatoren nicht.

Auf der Bühne hatte sich der gewöhnlich wortkarge Filmemacher immerhin gerührt bei seiner Frau für 30 Jahre Unterstützung bedankt: «Du bist der Mittelpunkt meines Lebens.» Öffentliche Gefühlsoffenbarungen kennt man von Haneke nicht.

Umso redseliger war Jennifer Lawrence mit dem Oscar in der Hand. Sie habe schon einen Drink genommen, grinste die 22-Jährige kurz nach ihrem Oscar-Sieg. Deshalb rede sie ein wenig durcheinander. In ihrer schulterfreien Robe riskierte Lawrence eine freche Schnauze.

«Das Wort, das man nicht sagen darf, es fängt mit F an», hätte sie beim Gang auf die Bühne am liebsten laut gerufen. Gleich nach ihrer Kür zur besten Schauspielerin war der «Silver Linings Playbook«-Star auf einer Treppenstufe - vor einem Millionenpublikum in aller Welt - über den Kleidersaum gestolpert.

«Oh, Michelle Obama»

Ihr als bester Darsteller ausgezeichneter Kollege Daniel Day-Lewis stellte den vier Kilo schweren Oscar auf der Backstagebühne als erstes auf dem Boden ab. Immerhin schon sein dritter Oscar, da muss man nicht mehr so fest klammern.

«Ich will eine Weile gar nichts machen», sagte der «Lincoln«-Darsteller. Erst recht keine historische Figur spielen, setzte er grinsend hinzu. Ben Affleck, George Clooney und Grant Heslov, die Produzenten des besten Films «Argo», scherzten zu dritt nach ihrem Oscar-Triumph.

First Lady Michelle Obama hatte via Satellit aus dem Weissen Haus den «Argo«-Sieg verkündet. «Ich dachte, ich halluziniere», sagte Affleck vor den Medien. «Oh, ein lila Elefant, oh, Michelle Obama». Dieser Moment sei total verrückt gewesen, aber auch «sehr cool».

(SDA)

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