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Wann kippt ein Land?

Der Aufstieg der AfD wurde kulturell vorbereitet. Publizist Georg Diez analysiert zentrale Debatten und Filme, die dazu beitrugen.

Deutschland 2018: AfD-Anhänger demonstrieren in Chemnitz. Foto: Keystone
Deutschland 2018: AfD-Anhänger demonstrieren in Chemnitz. Foto: Keystone

Die Kultur war, wieder einmal, zum Schlachtfeld geworden, und das war vor allem deshalb ein Problem, weil damit der Irrationalität der Weg geebnet wurde – einer Irrationalität, die immer schon in Gesellschaften vorhanden ist, aber gebunden, die meiste Zeit, in Institutionen oder Traditionen. Konträr also zur Sphäre der Politik, die gerade nicht von Sitten, Gebräuchen, Empfindungen, Kränkungen handelt, sondern den abstrakten Rahmen dafür schafft, wie eine Gesellschaft funktionieren soll, die, wenn sie demokratisch ist, das Gute ermöglicht für viele Menschen, für die Mehrheit, besonders aber für die Minderheit, denn der Schutz der Minderheit oder, besser, der Minderheiten im Plural ist ein wesentliches Element der Demokratie, wenn sie liberal sein soll. Was aber diese Liberalität ist, das wurde ständig und hektisch und laut verhandelt in diesen Jahren, die so aggressiv und erbittert wurden, dass Freundschaften zerbrachen und sich Lebenswege änderten, dass sich manche so zeigten, wie sie wohl immer waren, hart und hasserfüllt, nur versteckt in den Verhältnissen, und andere sich wandelten, weil sie nicht verharren wollten im Stadium der Unentschiedenheit.

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