Bond und die Schweiz – es ist aus

Die «Spectre»-Premiere im Zürcher Hallenstadion zeigt, warum die einstige Liebesbeziehung zwischen Agent 007 und der Schweiz nur noch von der Nostalgie lebt.

Dürfte erneut die Kinosäle füllen: Daniel Craig mit «Spctre». (Trailer)


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Naomie Harris, Dave Bautista, Gregg Wilson: Das sind die 007-Stars, die morgen Dienstag zur mutmasslich grössten Filmpremiere der Schweizer Geschichte ins Zürcher Hallenstadion anreisen. Äh, bitte wer? Okay, Harris spielt in «Spectre» Eve Moneypenny, Bautista den Schläger Mr. Hinx und Wilson ist einer von vielen Co-Produzenten.

Unterm Strich ist das eine ziemlich bescheidene Stardelegation - jedenfalls im Vergleich zu früheren Jahren, wo sich Daniel Craig oder Javier Bardem für Bond-Premieren persönlich in die Schweiz bemühten.

Wie konnte es soweit kommen? Oder anders gefragt: Pflegten James Bond und die Schweiz nicht während Jahrzehnten eine innige Liebesbeziehung? Allerdings.

Man denke an Ursula Andress als erstes Bondgirl in «Dr. No», man denke an die 007-Dreharbeiten in Andermatt («Goldfinger") oder auf dem Schilthorn («On Her Majesty's Secret Service»), man denke an «Quantum of Solace»-Regisseur Marc Forster.

Ganz zu schweigen von jenem legendären Bondfieber, das in der Schweiz im Vergleich zu andern Ländern stets überproportional hoch ist.

Höchste Gewichtsklasse punkto Budget

Doch das alles scheint nicht mehr zu zählen, spätestens seit der letzte Bond-Film «Skyfall» weltweit gigantische Einspielergebnisse erzielte:

Dieser Erfolg war selbst für 007-Verhältnisse ein Quantensprung: Die Agentenserie ist jetzt in der Gewichtsklasse der teuersten und erfolgreichsten Filme der Welt angekommen.

Dass «Skyfall» auch in der Schweiz ein Topergebnis erzielte, dürften die Produzenten angesichts der internationalen Erfolgszahlen höchstens als Randnotiz wahrgenommen haben. Doch das ist nicht alles.

Waren wir Bond?

Inzwischen ist die Schweiz auch punkto Dreh-Loctions nur noch zweite Wahl. Wenn James Bond früher die Skis anschnallte, tat er dies mit Vorliebe in den Bündner Bergen oder im Berner Oberland. In der winterlichen Szenerie von «Spectre» ist das anders: da wurden die Aussenaufnahmen im österreichischen Tirol gedreht. Und man möchte knurren: Fahren uns die Österreicher im Ski-Weltcup nicht schon genug um die Ohren?

Hilft alles nichts. Die Schweiz wird langsam, aber sicher aus dem 007-Spektrum ausradiert. «Wir sind Bond» hiess es noch selbstbewusst auf dem Buchumschlag «James Bond und die Schweiz» (2008). Inzwischen müsste es eher lauten: «Wir waren Bond».

«Spectre»: Filmpremiere am Dienstag im Zürcher Hallenstadion. Im Kino ab 5. November.

Erstellt: 26.10.2015, 09:54 Uhr

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