Starbariton Dmitri Hvorostovsky gestorben

Seine letzten Aufnahmen und Auftritte wurden mit wehmütiger Begeisterung aufgenommen. Nun hat er den Kampf gegen seinen Hirntumor mit 55 Jahren verloren.

Dmitri Hvorostovsky singt «Cortigiani vil razza dannata» aus Verdis «Rigoletto» an seinem letzten Konzert an der Sommernachtsgala Grafenegg.
Video: Youtube

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Seit zweieinhalb Jahren hat die Opernwelt um den russischen Bariton Dmitri Hvorostovsky gebangt. Damals war bekannt geworden, dass er an einem Gehirntumor litt; was folgte, war ein langer, herzlicher Abschied von einem grossen Sänger. Der letzte Opernauftritt (vor einem knappen Jahr in London), das letzte Konzert (im vergangenen Juni am österreichischen Festival Grafenegg), die letzte CD (Verdis «Rigoletto»): In den Medien wie in den Fan-Foren wurden sie mit wehmütiger Begeisterung diskutiert.

Geboren 1962 im sibirischen Krasnojarsk, sang Hvorostovsky in einer Rockband, bevor er auf die Oper umsattelte. Mit Erfolg: 1989 gewann er den Wettbewerb in Cardiff, vor dem favorisierten Bryn Terfel. Seither stand er regelmässig auf allen grossen Bühnen; in Zürich sang er 2014 immerhin einen Liederabend. Er wurde gefeiert als Don Giovanni und in Verdi-Partien, vor allem aber als Tschaikowskys Eugen Onegin. Seine Stimme war kraftvoll, intensiv, unverkennbar russisch; auch als Darsteller hatte er eine starke Präsenz – wobei er seine früh weiss gewordene Mähne zu seinem Markenzeichen machte. Nun ist Dmitri Hvorostovsky in seiner Wahlheimat London gestorben, erst 55 Jahre alt.

(suk)

Erstellt: 22.11.2017, 16:40 Uhr

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