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Auch Puppen sind nur Menschen

Das Zürcher Opernhaus eröffnet seine Saison mit einem phänomenalen «Wozzeck». Andreas Homoki zeigt Alban Bergs Werk als groteskes Figurentheater – in einem genialen Bühnenbild.

Eben noch paradierten die Soldaten so schön vor Wozzeck (Christian Gerhaher, vorn) – nun werden sie von den Rahmen des Bühnenbilds bedrängt. Foto: Monika Rittershaus
Eben noch paradierten die Soldaten so schön vor Wozzeck (Christian Gerhaher, vorn) – nun werden sie von den Rahmen des Bühnenbilds bedrängt. Foto: Monika Rittershaus

Blass ist dieser Wozzeck, blasser noch als in anderen Aufführungen. Aber es ist nicht das Elend, das ihm die Farbe aus dem Gesicht treibt, auch nicht die Bohnen­diät, die ihm der Doktor verordnet hat. Es ist die weisse Theaterschminke, die dick und klumpig übers Gesicht verteilt und in den Bart geschmiert wurde. Denn dieser Wozzeck, der einst eine ­historische Figur war, der 1836/37 von ­Georg Büchner im Dramenfragment «Woyzeck» zum Stellvertreter aller Geplagten und von Alban Berg 1921 als Opernfigur entdeckt wurde: Dieser Wozzeck ist in der Inszenierung von Andreas Homoki mehr Puppe als Mensch.

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