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Der «Marquis» gewinnt Luftgitarren-WM

Im finnischen Oulu fanden zum 24. Mal die Weltmeisterschaften im Gitarrenspiel ohne Gitarre statt.

Zwanzig Kandidaten in hanebüchenen Kostümen haben sich in Finnland einen virtuosen Gitarrenwettkampf geliefert, wenn auch ohne Instrument. Bei der 24. Luftgitarren-Weltmeisterschaft in der kleinen finnischen Stadt Oulu wurde Rob «Der Marquis» Messel aus den USA zum Gewinner erkoren. Er habe über die Jahre verschiedene Instrumente gespielt, sei in seinen technischen Fähigkeiten aber beschränkt, sagte Messel. «Aber bei der Luftgitarre, das ist ein weisses Blatt Papier, man kann alles machen.»

Messel beeindruckte die Jury mit komplexem Geschrammel und majestätischem Gleiten über die Bühne. Nach zwei erfolglosen Teilnahmen holte er sich damit den Titel vor der zweimaligen Weltmeisterin Namami «Sieben Weltmeere» Nagura aus Japan, deren gymnastische Rock-Akkord-Imitationen die Zuschauer dennoch begeisterten.

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Das Luftgitarrenspiel lässt sich zurückverfolgen bis nach Woodstock, wo Joe Cocker sich darin profilierte. Ab den 1970ern wurde die Musikpantomime zunehmend populär, wobei sich die Virtuosen des Genres vor allem für Hardrock, Heavy Metal und Punk erwärmten. Bis heute haben sie ein treues Publikum: Hunderte waren trotz Regens nach Oulu gekommen, um etwa zu sehen, wie Frederic «French Kiss» Reau während seines Auftritts einen – imaginären – Anruf seiner Mutter annahm. Andere Teilnehmer rissen sich die Hose vom Leib oder bekleckerten sich mit Ketchup.

Die Juroren würdigten jedoch andere Qualitäten. «Als Gitarrist denkst du zuerst, ob ihre Fingerbewegungen überhaupt passend sind oder ob sie Sachen machen, die lächerlich wären, wenn man versuchen würde, ein tatsächliches Stück auf der Gitarre zu spielen», sagte W.A.S.P.-Gitarrist Douglas Blair. (sda/red)

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