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Die Herrscher mit Taktstock

Ein Dirigent ist auch ein Chef – und wie überall gibt es auch im Orchesterbetrieb sehr unterschiedliche Führungsauffassungen. Ein Geiger erzählt.

Wer wissen will, wie Macht funktioniert, kann sich auf den Teppichetagen umsehen. Oder ins Sinfoniekonzert gehen: Wie nirgends sonst kann man dort einem Leader bei der Ausübung von Macht über die Schulter schauen und dabei erleben, was unterschiedliche Führungsstile bewirken oder zerstören können.

«Es gibt keinen anschaulicheren Ausdruck der Macht als die Tätigkeit des Dirigenten», schrieb Elias Canetti 1960 in «Masse und Macht», und der Geiger Etienne Abelin kann nachvollziehen, was er gemeint hat. Wie jeder Orchestermusiker hat er seine Erfahrungen gemacht mit musikalischen und anderen Führungsqualitäten von Dirigenten oder auch mit deren Abwesenheit. Davon erzählt er beim Latte macchiato in Basel – und von seinem Aha-Erlebnis beim Masterstudium in General Management, das er «als Exot» in St.?Gallen absolviert hat: «Viele Führungsmodelle, die dort besprochen wurden, kannte ich aus der Orchesterarbeit.»

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