Zum Hauptinhalt springen

Disziplinierte Befreiung

Zeitgenössische Musik ist unzugänglich? Nicht, wenn die Sängerin und Dirigentin Barbara Hannigan auf dem Podium steht. Derzeit ist sie Artiste étoile beim Lucerne Festival.

Barbara Hannigan: «Es kommt schon vor, dass ich improvisiere.» Foto: Stefan Deubler
Barbara Hannigan: «Es kommt schon vor, dass ich improvisiere.» Foto: Stefan Deubler

Muss das schwer zu singen sein! Das denkt man erst auf dem Heimweg, nachdem die Uraufführung von Unsuk Chins «Le Silence des Sirènes» längst vorbei ist. Während des Konzerts staunte man über anderes: darüber, wie neckisch und dramatisch, lyrisch und pathetisch, humoristisch und charismatisch die kanadische Sopranistin Barbara Hannigan diese Musik sang. Wie sie den Raum füllte, als sei er eine Kirche, und ihn dann wieder in ein Experimentallabor verwandelte. Wie sie die Special Effects, ohne die kaum ein zeitgenössisches ­Vokalwerk auskommt, so natürlich gestaltete, als sei es eine Mozart-Kantilene. Technik? Kein Thema.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.