Zum Hauptinhalt springen

Eine Orgel, die zu reden gibt

Auch 26 Jahre nach ihrer Einweihung ist die Zürcher Tonhalle-Orgel umstritten. Diese Woche kommt sie in Saint-Saëns’ Orgelsinfonie wieder einmal zum Einsatz.

Prächtig sieht sie aus, die Orgel im grossen Tonhalle-Saal. Aber wie klingt sie eigentlich? Das dürften sich schon manche Konzertgänger gefragt haben – denn allzu häufig kommt das von den Firmen Kleuker und Steinmeyer gebaute Instrument nicht zum Einsatz. Der Männerchor Zürich nutzt es zwar regelmässig, früher gab es eine Orgelreihe mit dem Symphonischen Orchester, und auch auf CD ist sie zu hören, bei Aufnahmen des Tonhalle-Orchesters oder in der Reihe «Great European Organs». Aber Solokonzerte? Selten. Kammermusik? Fehlanzeige. Und wenn man Organisten oder den Tonhalle-Intendanten Elmar Weingarten auf die Orgel anspricht, hört man erst einmal ein Seufzen.

Weingarten zum Beispiel hätte gerne Orgelmatineen eingeführt, als er 2007 nach Zürich kam: «Aber es ist so aufwendig, die Orgel einzurichten, dass das schon aus logistischen Gründen nicht geklappt hat.» Auch Peter Solomon, der beim Tonhalle-Orchester für die Tasteninstrumente zuständig ist und diese Woche Saint-Saëns’ Orgelsinfonie spielen wird, hält das Instrument für «ziemlich kompliziert» und deshalb nur bedingt geeignet für den Konzertbetrieb: «In anderen Sälen kann ich mich hinsetzen und anfangen. In Zürich geht das nicht.» Die Disposition der Register ist ungewohnt, die Register selbst sind es ebenfalls; da muss getüftelt werden.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.