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Elfjähriger Pianist begeistert in Zürich

Niu Niu, ein elfjähriger chinesischer Pianist, begeisterte das Publikum in der Zürcher Tonhalle.

Mit grossem, durchaus selbstsicherem, aber ganz natürlichem Schritt, die Arme schlenkernd, etwas schlaksig fast schon, kommt er aufs Podium, stellt sich neben den Flügel, atmet ein, streckt die Brust durch und verneigt sich, lächelt, setzt sich ans Instrument und spielt, ohne sich lange bitten zu lassen, eine erste Zugabe, eine zweite, eine dritte, eine vierte, ein fünfte . . ., eine virtuoser als die andere, leicht dahin, makellos. Und natürlich steht das Publikum bald zur Ovation auf am Samstag in der Tonhalle.

Solche Begeisterungsstürme löst Niu Niu weltweit aus. Tatsächlich, dieser elf Jahre junge Pianist aus China, der sein halbes Leben lang schon auf den Konzertpodien steht, ist ein Riesentalent. Er spielt wendig, rasch, etwas ungeduldig, wie es sich für sein Alter gehört, frisch, betont, ungemein klar und transparent, so etwa Mozarts «Jeunehomme»-Konzert KV 271. Niu Niu ist der jüngste Student aller Zeiten am Shanghai-Konservatorium – und er ist entwicklungsfähig, denn streckenweise fehlt seinem Spiel noch der Atem, die Klangrede, die Sprache, der Gesang. Aber das macht er mit seiner Spielfreude wett. Von Drill, wie man ihn gern bei solchen Wunderkindern feststellt, ist da nichts zu spüren. Es macht Spass, ihm zuzusehen und zuzuhören.

Das Shanghai-Konservatorium absolvierte einst auch der Dirigent des Abends, Muhai Tang, der den zuweilen davoneilenden Niu Niu mit dem Zürcher Kammerorchester vif begleitete. Zur Saisoneröffnung hat das ZKO gleich gezeigt, was heuer alles von ihm zu erwarten ist: Mendelssohn (ein anderes Wunderkind) und Haydn, der eine geboren, der andere verstorben vor 199 Jahren – Jubilare also 2009. Hinzu kommen junge chinesische Solisten und ein Composer in residence aus dem Reich der Mitte, der mittlerweile zu den erfolgreichsten Komponisten unserer Zeit gehört: Tan Dun. Zurzeit Gast des Zürcher Filmfestivals, kommentierte er selber das «Self Portrait» aus seinem Orchesterzyklus «Death and Fire – Dialogue with Paul Klee». Kindheitserinnerungen werden hier in ungewöhnlichen, teilweise bizarren, aber stets sehr charakteristischen Klangbildern umgesetzt: Eine einfallsreiche Komposition, an der wohl auch Haydn seinen Spass gehabt hätte.

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