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Fieberhafte Suche nach neuem Veranstalter

Die Stadt gibt die Tage für Neue Musik ab. Eine neue Trägerschaft ist nicht in Sicht. Die Zeit wird knapp.

Der Zürcher Kulturchef Peter Haerle setzt bei der Neuausrichtung auf Tempo. Foto: Reto Oeschger
Der Zürcher Kulturchef Peter Haerle setzt bei der Neuausrichtung auf Tempo. Foto: Reto Oeschger

Die Nachricht kommt überraschend: Das städtische Präsidialdepartement will die Tage für Neue Musik ab 2021 nicht mehr selbst veranstalten, sondern sucht eine neue Trägerschaft. Zwar soll das Festival nach wie vor subventioniert werden; vorgesehen ist ein Beitrag von 150’000 Franken jährlich. Aber die organisatorische und inhaltliche Verantwortung sollen andere übernehmen.

Es ist eine weitere Wende in einer wechselvollen Geschichte. Gegründet wurden die Tage für Neue Musik 1986 von den Komponisten Thomas Kessler und Gérard Zinsstag; 1994 stieg die Stadt als Veranstalterin ein. Verschiedene künstlerische Leiter haben das Festival danach während jeweils mehrerer Jahre geprägt; 2012 stellte man um auf eine jährlich wechselnde Intendanz. Noch einmal vier Jahre später gab man aus finanziellen Gründen die jährliche Austragung auf, die Tage für Neue Musik wurden zur Biennale. Das soll nun 2021 wieder rückgängig gemacht werden – von einer Trägerschaft, die erst noch gesucht werden muss.

«Es liegt in der Natur eines solchen Wechsels, dass zunächst einmal alles offen ist».

Peter Haerle, Kulturchef der Stadt Zürich

Die Zeit drängt also, das bestätigt auch Peter Haerle, Kulturchef der Stadt Zürich. Aber er ist optimistisch: Demnächst würden Gespräche aufgenommen, «bis Ende Jahr werden entscheidende Schritte gemacht werden müssen». Ihm schwebt eine Trägerschaft vor, die sich aus Vertretern diverser Institutionen und Leuten aus der freien Szene zusammensetzt. Konkreteres lässt sich im Moment nicht sagen: «Es liegt in der Natur eines solchen Wechsels, dass zunächst einmal alles offen ist.»

Aber warum gibt die Stadt das Festival überhaupt ab? Im Unterschied zu früher sei die Zürcher Neue-Musik-Szene heute sehr lebendig, sagt Haerle, «und wir finden es richtig, wenn die Akteure das Festival selber gestalten». Die Aufgabe der Stadt sei es, Kultur zu fördern und zu ermöglichen; als Veranstalter ziehe man sich auch in anderen Bereichen zunehmend zurück.

Warum gerade jetzt?

Dass das im Fall der Tage für Neue Musik gerade jetzt passiert, wirft dennoch Fragen auf. Der Entscheid wurde kurz vor der Pensionierung des ehemaligen Musik-Departements-Leiters René Karlen gefällt; umsetzen darf respektive muss ihn nun seine Nachfolgerin Diana Lehnert – im Eiltempo. Peter Haerle sieht allerdings auch das positiv: «Es ist doch eine Chance, wenn man die Dinge wieder einmal neu denken kann.» Und: «Wenn es bis 2021 nicht reicht, können wir das Ganze auch um ein Jahr verschieben.» Hauptsache sei, dass man eine gute Lösung finde: «Wir wollen, dass das Festival weiter besteht.»

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