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Inspirierende Tonhalle Maag

Die Tonhalle-Saison 2018/19 wird eine Übergangssaison ohne Chefdirigent. Aber mit vielen attraktiven Namen und Projekten.

Auf Järvis Tonhalle-Programmen stehen Werke von Liszt, Mahler, Debussy, Brahms, Rachmaninow, Messiaen, Mozart, Beethoven.
Auf Järvis Tonhalle-Programmen stehen Werke von Liszt, Mahler, Debussy, Brahms, Rachmaninow, Messiaen, Mozart, Beethoven.

So lässt man sich das Warten gefallen: Auch wenn der Este Paavo Järvi seinen Job als Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters erst in der Saison 2019/20 antreten wird, nimmt er die Fäden doch schon früher in die Hand. Im kommenden Oktober wird er vier Zürcher Konzerte und eine weiträumige Asientournee mit den Pianistinnen Khatia Buniatishvili und Zee Zee leiten; im Frühling folgt dann ein zweiter Block, in Zürich und bei einem Warschauer Gastspiel. Auf Järvis Programmen stehen Werke von Liszt, Mahler, Debussy, Brahms, Rachmaninow, Messiaen, Mozart, Beethoven: Man wird sich also schon mal ein Bild machen können, in welche Richtung(en) die Reise mit ihm gehen wird.

Apropos Reise: In der Tonhalle Maag, das machte Tonhalle-Intendantin Ilona Schmiel gestern klar, ist man angekommen, «das ist wirklich Heimat». Eine Heimat, die das neue Programm bereits geprägt hat. Nach den ersten Erfahrungen hat man vermehrt halb szenische, raumgreifende Projekte entwickelt. Unter anderem beteiligt man sich am internationalen Labor #bebeethoven, das im Hinblick auf das Beethovenjahr 2020 die Möglichkeiten des klassischen Musikbetriebs austesten will – in Zürich mit dem Spanier Iñigo Giner Miranda, der auch den Raum und das Publikum in seine Arbeit einbeziehen wird.

Auf der anderen Seite wird die Vergangenheit gewürdigt: Zum 150-Jahr-Jubiläum der Tonhalle-Gesellschaft hat Rolf Martinsson Werke des vor 150 Jahren gestorbenen schwedischen Komponisten Franz Berwald neu orchestriert; und David Philip Hefti vertont Andersens damals erschienenes Märchen «Die Schneekönigin». Auch die Tonhalle Maag hat das Programm inspiriert: mit Musik aus der Zeit, als sie gebaut wurde. Und vor allem mit dem Bild des Räderwerks, das man auf den Konzertbetrieb überträgt – indem man sich mit der Zürcher Hochschule oder in einem Austauschprojekt auch mit dem kolumbianischen Jugendorchester von Andrés Orozco-Estrada verzahnt.

Daneben werden Traditionen fortgesetzt. Den «Creative Chair» besetzt in der kommenden Saison der 47-jährige deutsche Komponist und Dirigent Matthias Pintscher, der in der Schweiz als Co-Leiter der Lucerne Festival Academy (neben Wolfgang Rihm) bestens bekannt ist. Der Entscheid für ihn sei leicht gefallen, sagt Ilona Schmiel, «wir wollten ihn schon lange haben». Als Artist-in-Residence kommt die niederländische Geigerin Janine Jansen, die schon in den letzten Jahren oft beim Tonhalle-Orchester zu Gast war. Sie wird als Solistin und Kammermusikerin mit einem breiten Repertoire zu erleben sein. Auch der Mandolinenspieler Avi Avital wird etwas ausführlicher in den Fokus gerückt.

Ansonsten nutzt man die Chance, die eine Chefdirigenten-freie Zeit eben auch bietet, um viele verschiedene Pultpersönlichkeiten nach Zürich zu holen, Stammgäste wie seltene Besucher: Bernard Haitink und Semyon Bychkov, Giovanni Antonini und Kent Nagano, Thomas Hengelbrock und Jan Willem de Vriend, Herbert Blomstedt und David Zinman. Und einmal mehr dirigiert auch der Tonhalle-Geiger Christopher Whiting: Das Projekt Publikumsorchester wird ebenfalls fortgesetzt.

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