Zum Hauptinhalt springen

Kein Trost für Jenufa

Gross war die Erwartung vor dieser Premiere, gross war der Applaus danach: Mit Leos Janaceks «Jenufa» ist das Zürcher Opernhaus gut in die neue Ära gestartet.

Sorgfältige Inszenierung: Pavol Breslik als verwöhnter Steva mit Ivana Rusko als seine überdrehte Braut Karolka und Hanna Schwarz als Grossmutter.
Sorgfältige Inszenierung: Pavol Breslik als verwöhnter Steva mit Ivana Rusko als seine überdrehte Braut Karolka und Hanna Schwarz als Grossmutter.
Monika Rittershaus

Vergebung? Nein, die lässt sich diese Jenufa nicht vorschreiben, nicht von der Gesellschaft und auch nicht vom Libretto. Laca hat ihre Wange zerschnitten, damit ihr Liebster sie verlässt, und will sie dann gnädig übernehmen, aber nur ohne Kind. Die Küsterin, ihre Stiefmutter, hat deshalb dafür gesorgt, dass dieses Kind nicht mehr stört. Das kann kein Mensch verzeihen, findet der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, der erstmals in Zürich inszeniert. So singt Jenufa zwar partiturgetreu von Liebe und Trost, aber es klingt nur noch höhnisch. Sie stellt Laca vor die Tür dabei, sie krallt sich ins Gesicht der Küsterin und steht dann da: allein, erdrückt von einer Last, die sie nie mehr loswerden wird.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.