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Klassiker der Woche: Cziffra wärmt sich auf

Als Spezialist fürs Hochvirtuose ist der Pianist György Cziffra berühmt geworden. Und als Improvisator ist er eine Nummer für sich.

Ein paar Akkorde, ein paar Läufe, dann scheint György Cziffra in eine Chopin-Etüde einzubiegen. Aber er will bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 1962 ja gar kein Stück aufführen, es geht nur darum, den Flügel zu testen, sich aufzuwärmen, die Kameras zu justieren. Also spielt er, was ihm gerade einfällt, streift dabei neben Werken von Chopin auch solche von Liszt und Rimski-Korsakow, zwischendrin meint man ein paar Takte Schostakowitsch zu hören. Und wie er vor allem in den ersten Minuten die Übergänge findet, ohne je in eine Sackgasse zu geraten: Darin zeigt sich die Kunst eines Pianisten, der neben sehr schnellen Fingern auch einen sehr schnellen Kopf hatte.

Cziffra, der 1921 in Budapest geboren wurde, stammte aus einer Roma-Familie, sein Vater war ein Zymbalspieler. Seine Improvisationskunst hat er schon als Kind bei einem Wanderzirkus vorgeführt; als Neunjähriger wurde er dann am Konservatorium seiner Heimatstadt aufgenommen und nahm so eine ernsthafte Pianistenkarriere in Angriff.

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