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Klassiker der Woche: Der Blockflöten-Pionier

Er hat die Blockflöte wieder salon- respektive konzertfähig gemacht: Frans Brüggen, der hier zusammen mit Gustav Leonhardt Händel spielt.

Sein erstes Ensemble war seine Familie: Neun Kinder hatten die Brüggens, und alle spielten ein Instrument. Zusammen mit den Eltern konnten sie, zum Beispiel, Bachs Brandenburgische Konzerte aufführen. Frans, der 1934 geborene Jüngste, bediente dabei die Blockflöte. Er spielte auch, wenn die Schule ausfiel, kriegsbedingt. Und er wollte selbst dann weiterspielen, als die Strukturen dafür fehlten: Ein Hauptfachstudium in Blockflöte war damals in Amsterdam noch nicht möglich, also absolvierte er es halt beim Klarinettisten und Jazzer Kees Otten – und wurde dann, mit 21 Jahren, selbst Professor für Blockflöte.

Bei dieser Aufnahme von zwei Sätzen aus Händels Sonate op. 1/4 war er 33 und hatte die Ehrenrettung eines Instrumentes geschafft, das bis dahin als Kinder- und Dilettanten-Instrument gegolten hatte. Und er hatte mit dazu beigetragen, dass Händels Ruf allmählich besser wurde: Lange hatte man diesen Komponisten für den seichteren Bach gehalten; Brüggen führte nun vor, dass seine Musik ihre eigenen Qualitäten hatte, die man mit dem entsprechenden Wissen (etwa über die barocke Verzierungspraxis) zutage fördern konnte.

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