Zum Hauptinhalt springen

Klassiker der Woche: Dido stirbt

Aeneas ist weg, Dido bleibt mit gebrochenem Herzen zurück. Und wenn Andreas Scholl ihre Klage singt, klingt das nach Tod.

Künstlicher gehts nicht mehr, eigentlich: Da ist ein Mann, der in seiner Falsettstimme singt. Er singt eine Arie, die eigentlich eine Frau singen müsste, nämlich die karthagische Königin Dido. Er singt auf Englisch, obwohl er Deutscher ist. Und in einer Tonsprache, die über 300 Jahre alt ist - nämlich jener von Henry Purcell. Trotzdem trifft einen diese Klage direkt ins Herz: Hier, heute, und jedes Mal wieder, wenn man sie hört.

Das liegt an der Stimme des Countertenors Andreas Scholl, die tatsächlich nicht mehr von dieser Welt zu sein scheint. Seine Töne sind nicht nur einfach lang, sie weisen sozusagen über sich selbst hinaus. Und es ist ein Leuchten, eine Ruhe, eine Wärme, eine Endgültigkeit in ihnen, die Didos Gemütszustand entsprechen: Sie wird sterben, sie weiss es, und zurücklassen wird sie eine Liebe, die zu gross war für diese Welt (und diesen Mann).

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.