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Klassiker der Woche: Flirten mit Maria Callas

Auf der Bühne sang die grosse Sopranistin die «Carmen» nie. Aber im Konzert.

Gross war ihre Stimme, tragisch ihr Schicksal: Daran denkt man zuerst, wenn man an Maria Callas denkt. Dabei gab es durchaus nicht nur die ernste, dramatische Callas. Sondern auch die vergnügte, spielfreudige, humorvolle.

Man sieht sie zum Beispiel hier, bei dieser Konzertaufnahme aus dem Londoner Covent Garden aus dem Jahr 1962. Da sang sie die berühmte «Habanera» aus Bizets «Carmen». Auf der Bühne hat die Callas diese Partie nie verkörpert, dabei wäre sie zweifellos eine facettenreiche Carmen gewesen. Eine, die den Charme dieser Figur betont hätte und ihre Gefährlichkeit, ihre Lebendigkeit, ihren Witz. Zwischendrin wird ihr Gesicht hart bei dieser Aufführung, dann wieder lässt sie in einem eigentlichen Flirt mit dem Publikum auch noch den zweiten Teil der Stola von den schmalen Schultern rutschen – zweifellos, sie wusste ihre Mittel einzusetzen. Die stimmlichen, und alle anderen auch.

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