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Klassiker der Woche: Gina Lollobrigida singt

Eben ist die grosse italienische Schauspielerin 90 geworden. Zeit, um an ihre vielen Talente zu erinnern.

«La donna più bella del mondo» («Die schönste Frau der Welt») hiess der Film, mit dem Gina Lollobrigida 1955 daran erinnerte, dass sie mehr war als nur ein Filmstar. Sie gab hier die Sängerin Lina, die einen russischen Prinzen liebt, aber auch von ihrem Gesangslehrer begehrt wird. Da passt es bestens, dass sie im Film das berühmte «Vissi d'arte» der Tosca singt, die in einer ähnlichen Konstellation litt.

Auch sonst passt hier alles. Einmal der Titel des Films: Denn schön war sie tatsächlich, die Gina Lollobrigida. Bereits als Dreijährige holte sie sich den Titel als «schönstes Kleinkind Italiens», später wurde sie Dritte bei «Miss Italia». Aber sie hat sich nie auf ihr Aussehen verlassen, dafür haben auch ihre Eltern gesorgt: Zwar ist sie in einfachen Verhältnissen aufgewachsen (der Vater war Möbelhersteller), aber sie wurde früh gefördert mit Unterricht in Gesang, Tanz, Zeichnen und Sprachen.

Pelé, Castro, Dalì

Auch später blieb sie ein Multitalent. Am Liceo artistico in Rom beschäftigte sie sich mit Malerei und Bildhauerei, sie tauchte als Protagonistin in Fotoromanen auf und liess ihre Sopranstimme ausbilden. Am Ende war es aber doch die Schauspielerei, die «la Lollo» zum Star gemacht hat. Dass man sie in vielen Filmen auch singen liess, lag auf der Hand; ihre helle, fast mädchenhaft lichte Stimme hatte einen eigenen Reiz, auch wenn sie für eine wirklich grosse Opernkarriere wohl zu wenig ausdrucksstark und dramatisch gewesen wäre.

Gesungen hat sie nun schon lange nicht mehr, auch auf der Leinwand hat sie sich früh rar gemacht (vielleicht auch, weil ihr bald einmal Sophia Loren die Show stahl). Statt dessen hat sie versucht, sich als Fotografin von Pelé, Fidel Castro oder Salvador Dalì einen Namen zu machen. Auch als Bildhauerin hat sie den internationalen Ruhm gesucht – und manchmal eher Häme geerntet für ihre Skulpturen, in denen sie gern auch ihre Filmfiguren verewigt hat (denkwürdig etwa die Esmeralda mit Ziege in patinierter Bronze, als Erinnerung an «Der Glöckner von Notre Dame»).

Dem Glanz der «Gina nazionale» konnte das ebenso wenig anhaben wie die Schlagzeilen über eine missglückte Hochzeit mit einem 34 Jahre jüngeren mutmasslichen Betrüger. Sie bleibt auf ewig die Fee aus Luigi Comencinis «Pinocchio», die passende Partnerin von Vittorio de Sica, Anthony Quinn, Sean Connery oder Humphrey Bogart. Und natürlich: «Die schönste Frau der Welt».

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