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Klassiker der Woche: Griechische Klage

Eleni Karaindrou wurde berühmt mit ihrer Filmmusik für Theo Angelopoulos.

Eigentlich wollte die Komponistin Eleni Karaindrou Konzertpianistin werden. (Youtube/psafave)

Man hört diese Musik und sieht sofort: Nebel. Leere. Bruno Ganz.

Ein gutes Zeichen für einen Soundtrack. Dieser hier hat sich mit den Bildern und Emotionen von Theo Angelopoulos' «Eternity and a Day» (1998) so eng verbündet, dass das eine ohne das andere kaum noch denkbar ist.

Dabei wollte Eleni Karaindrou, geboren 1939 in einem griechischen Bergdorf und aufgewachsen in Athen, eigentlich Konzertpianistin werden. Viel hat sie investiert in diese Karriere; aber während der Ausbildung in Paris interessierte sie plötzlich auch anderes. Sie begann ein Studium in Musikethnologie – und entdeckte durch die Beschäftigung mit asiatischer oder afrikanischer Musik ihre eigene griechische Tradition neu. Vor allem aber merkte sie, dass sie als Komponistin weit direkter vermitteln konnte, worum es ihr geht.

Unvergessliche Melodie

Hier, in dieser Athener Aufführung ihrer Musik zu «Eternity and a Day», sitzt sie nun allerdings doch wieder am Klavier. Aber sie lässt sich bald vom Orchester ablösen, um danach nicht wieder aufzutauchen – der episodenhafte Charakter der Musik verrät ihre Filmherkunft. Da geht es nicht um sinfonische Entwicklung, auch nicht um grossformale Stringenz; sondern einzig allein um diese Melodie, die man einmal hört und nicht mehr vergisst – und um die Farben, die sie annehmen kann.

Es ist eine klagende Melodie, wie so oft bei Karaindrou. Eine, die an volksmusikalische Wendungen erinnert, aber sich auch in minimalistische Strukturen einbinden lässt. Eine, die nach Leere und Nebel klingt. Und nach einer Melancholie, die keiner so verkörpern kann wie Bruno Ganz.

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