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Klassiker der Woche: «La Bohème» in 6 Sekunden

Opernhandlungen sind ja oft ein wenig verworren. Oder auch ganz einfach – wenn Rolando Villazón sie zusammenfasst.

Sie lieben sich, trennen sich, kommen wieder zusammen, und dann stirbt sie: Klar, der mexikanische Startenor Rolando Villazón hat recht, genau so geht Puccinis «La Bohème». Aber auch Verdis «La Traviata» – und vermutlich rund drei Dutzend weitere Opern. Denn es ist ja so eine Sache mit den Opernhandlungen: Sie sind entweder klischiert oder verworren – oder beides. Wenn man sie aber aufs Wesentliche reduziert, bleibt oft fast gar nichts übrig.

Am deutlichsten wird das in den Barockopern: Nach diversen Verwechslungen, Verkleidungen und lebensbedrohlichen Missverständnissen kriegen sich die Guten doch noch – «copy and paste», und fertig ist das Programmheft zahlreicher Werke von Händel, Vivaldi und Co. Wenn man aber in die Details geht, die oft sehr komplizierten Beziehungen zwischen den Figuren ausleuchtet, die historischen Hintergründe einbezieht und Arie für Arie rapportiert, wer jetzt gerade wen liebt oder hasst oder falsch versteht, dann füllt das rasch mal Seiten. Und spätestens in der Hälfte hat man wieder vergessen, wie der Anfang ging.

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