Klassiker der Woche: Meditation für den Stau

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Jules Massenets Meditation aus der Oper «Thaïs», gespielt von Maxim Vengerov. (Youtube/TheClassicalmusicfan)


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Es gibt ja tonnenweise Aufnahmen, die einen in einen tiefenentspannten Zustand versetzen sollen. Die übelsten sind die Klassik-Mix-Alben, in denen eigentlich durchaus lebhafte Werke in einschläfernden Interpretationen zum Wellness-Sound degradiert werden. Dann doch lieber Musik, die von Anfang an als Meditation gedacht war – oder, wie in diesem Fall, sogar diesen Titel trägt.

Ursprünglich stammt die «Meditation», die hier von Maxim Vengerov gespielt wird, aus einer Oper – aus Jules Massenets «Thaïs» von 1894. Sie wurde zwischen den beiden Bildern des zweiten Aktes vor geschlossenem Vorhang gespielt; in Bezug auf die Handlung steht sie für Wandlung der Titelfigur, die sich von ihrem Leben als Kurtisane abwendet und in einem Kloster sterben wird.

Die Oper wird heute kaum noch aufgeführt, aber die doch ziemlich sentimentale «Meditation» ist ein Hit geworden und geblieben. Nicht nur die Geiger, für die sie ursprünglich gedacht waren, lieben sie, sondern auch Cellisten, Pianisten, Panflötisten. Dazu natürlich Tänzerinnen und Eiskunstläuferinnen: Unzählige Choreografien sind für das Stück entstanden, manche haben sogar etwas mit der Geschichte der Thaïs zu tun.

Und eben, auch für gestresste Auffahrts-Ausflügler respektive -Stausteher ist dies genau die richtige Musik: Warten, hören, ruhig werden. Irgendwann kommt man ans Ziel. Ob das nun der Himmel sei oder nur das Tessin. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.05.2018, 13:16 Uhr

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