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Klassiker der Woche: Mozart, aktualisiert

Fazil Say spielt den «Türkischen Marsch». Oder besser gesagt: Er spielt mit ihm.

Wo immer er auftritt, wird gestritten: darüber, ob Fazil Say die Musik zerstöre – oder vielmehr ihren wahren Kern herausschäle. Er solle sich gefälligst an die Partitur halten, fordern die einen; das tue er doch, wenn auch in einem etwas anderen, tieferen Sinn als üblich, kontern die anderen.

Hier nun spielt er das Rondo «Alla turca» aus Mozarts Klaviersonate Nr. 11. Oder er beginnt jedenfalls bei diesem Satz, der als «Türkischer Marsch» zum Hit geworden ist. Schon bald geht er dann aber eigene Wege: Er lässt Noten aus, verschiebt andere, entgleist in Richtung Jazz, kommt irgendwie wieder auf die Spur, tänzelt darauf herum, verlässt sie wieder. Kurz: Er spielt mit dem Material, das ihm Mozart zur Verfügung gestellt hat.

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