Zum Hauptinhalt springen

Klassiker der Woche: Nino Rotas Geschenk

Es gibt nicht allzu viele Konzerte für Kontrabass. Ein besonders schönes hat der Filmmusiker Nino Rota geschrieben.

Für seine Filmmusiken für Fellini, Visconti, Coppola und Co. hat Nino Rota (1911–1979) ja zu Recht einen Oscar und dutzendweise andere Preise erhalten. Aber auch für dieses «Divertimento Concertante» hätte er einen Orden verdient: Weil es den Kontrabassisten, die sonst mit konzertanten Werken nicht gerade reich gesegnet sind, eine wirklich schöne Gelegenheit bietet, um ihre Qualitäten vorzuführen.

Zhixiong Liu, der diese Gelegenheit hier im zweiten Satz des Werks nutzt, war noch längst nicht auf der Welt, als es entstanden ist. Er wurde 1996 im chinesischen Hangzhou geboren, hat zunächst Klavier gespielt, dann zum Kontrabass gewechselt und sein Studium in Shanghai begonnen; 2012 wurde er als jüngster Kontrabassist an der Haute Ecole de Musique in Lausanne aufgenommen. Aber er spielt diese Musik, als sei sie soeben erst entstanden – und illustriere einen ganz persönlichen Film für ihn.

Das hat auch die Jury des diesjährigen Rahn-Musikpreises überzeugt, die Zhixiong Liu im Januar mit einem ersten Preis ausgezeichnet hat. Seit 2004 wird dieser Wettbewerb in Zürich ausgetragen, veranstaltet vom Rahn-Kulturfonds, den der Zürcher Unternehmer Hans Konrad Rahn 1976 gegründet hatte mit dem Ziel, besonders begabte Studierende von Schweizer Musikhochschulen zu fördern. Zunächst tat man das mit Stipendien oder indem man jungen Musikern gute Instrumente vermittelte; der Wettbewerb und die zugehörigen Preisträgerkonzerte ergänzen nun die Palette von Fördermassnahmen.

Treffpunkt Schweiz

Da zeigt sich auch, wie international der Musikbetrieb bereits auf Studiumsebene geworden ist. Zwar werden ausschliesslich Absolventen von Schweizer Musikhochschulen ausgezeichnet, aber die Preisträger kommen von überall her. Neben Liu erhielten der Cellist Salauat Karibayev aus Kasachstan und der ukrainische Geiger Vasyl Zatsikha je einen ersten Preis. Wie gross die Konkurrenz ist, wie hoch das Niveau: Auch das war an diesem Wettbewerb zu erleben.

Aber eben auch, dass da einer für einen Moment die ganze Konkurrenz vergisst und ganz in der Klangwelt von Nino Rota aufgeht. Und wenn Zhixiong Liu dieses «Divertimento Concertante» nun beim Rahn-Preisträgerkonzert noch einmal spielt, diesmal mit Orchester statt mit Klavierbegleitung: Dann wird der persönliche Film zweifellos noch einmal ganz neue Farben erhalten.

Rahn-Preisträgerkonzert: Dienstag, 10. April, Tonhalle Maag. Informationen unter www.rahnkulturfonds.ch.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch