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Klassiker der Woche: «Paint It Irgendwie»

Nach dem Zürcher Rolling-Stones-Konzert: Wie kann man diese Musik selbst machen?

So klingt Trauermusik nun einmal: Die Carlton Main Brass Band.(Youtube/Carlton Main)

Wer kennt das nicht: Man liebt einen Song – und will ihn unbedingt selbst spielen. Was dabei herauskommt, lässt sich auf Youtube tausendfach nachhören.

Auch bei den Rolling Stones wird man rasch und üppig fündig. «Paint It Black» zum Beispiel gibts für Streichquartett und Sinfonieorchester, für Geige plus Synthesizer oder zwei Harfenistinnen, die passenderweise in Schwarz und vor einem Friedhof auftreten. Oder eben: für Blasmusik.

Das Original lässt sich dabei, wen wunderts, nicht einmal annähernd erreichen. So hart, so schwarz, so abgrundtief traurig und fassungslos wütend wie die Rolling Stones schafft niemand diesen Song. Viele geben sich zwar Mühe, mit schmutzigen Harmonien und rabiat angetriebenen Rhythmen; aber es klappt nie so recht. Zu kunstvoll oder zu dilettantisch, zu brav und zu bemüht klingt das alles.

Auch dieses Arrangement von Leigh Baker macht einen, nun ja: nicht gerade wunschlos glücklich. Der Blasmusikklang, den man von so vielen Trauermärschen her kennt, passt viel zu gut zum Inhalt des Songs, in dem ein Mann nach dem Tod seiner Freundin die ganze Welt schwarz anstreichen möchte; es fehlt die Reibung, die Rebellion gegen das Ungeheuerliche. Auch die getragenen Tempi banalisieren die Trauer – dagegen hilft auch der hochgepeitschte Mittelteil nicht. Und wenn der Chor einsetzt, ist sowieso alles vorbei.

Aber was soll man tun, wenn man einen Song nun mal unbedingt spielen will? Man spielt ihn halt. Im Kopf hört man ihn ja zweifellos richtig mit.

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