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Klassiker der Woche: Süsser Schall

Der Frühling kommt, die Vögel fangen wieder an zu pfeifen respektive zu singen – auch im «Klassiker der Woche».

Von allen Vögeln, heisst es, singe die Nachtigall am schönsten – so schön, dass sie die Rosenknospen aufspringen lässt. So schreibt es jedenfalls Theodor Storm in seinem Gedicht; die wohl realistischere Sicht der Dinge, nach der das Singen und das Spriessen halt einfach von der Jahreszeit her zusammengehören, gäbe poetisch ja auch wirklich nichts her und musikalisch entsprechend ebenfalls nicht viel.

Aus Storms Gedicht dagegen wurde ein grandioses Lied. Komponiert hat es der sehr junge Alban Berg als Schüler von Arnold Schönberg, der darin durchaus zu Recht «eine überströmende Wärme des Fühlens» konstatierte. Tatsächlich ist es eine hochromantische, geradezu rauschhafte Musik, erst recht in der hier präsentierten Orchesterfassung, die Berg später ausarbeitete und im Zyklus der «Sieben frühen Lieder» präsentierte.

Der Zyklus erzählt die Geschichte einer Liebe, und «Die Nachtigall» liefert das dritte Kapitel darin: «Sie war doch sonst ein wildes Blut / Nun geht sie tief in Sinnen», heisst es über die Liebende. Dass sie an ihren Geliebten denkt, darf man vermuten; die Nachtigall und die knospenden Rosen sind deutliche Zeichen dafür. Und auch die Musik klingt nach Liebe, glüht vor Liebe – jedenfalls in der Interpretation der Sopranistin Elina Garanca und des Dirigenten Paavo Järvi.

Den «süssen Schall», den Theodor Storm der Nachtigall zuschrieb, den hört man jedenfalls auch hier. Und man hört ihn, ganz anders, auch in vielen anderen Werken, in denen Vögel im Zentrum stehen: Zwei davon stellen wir im nächsten und im übernächsten «Klassiker der Woche» vor.

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