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Teure Viren, grosse Namen

Im Zürcher Opernhaus wurde der neue Spielplan präsentiert. Und auch die bisherige Rechnung in Sachen Coronavirus.

Susanne Kübler
Bryn Terfel kehrt für die Wiederaufnahme des Grusel-Musicals «Sweeney Todd» nach Zürich zurück. Foto: Monika Rittershaus
Bryn Terfel kehrt für die Wiederaufnahme des Grusel-Musicals «Sweeney Todd» nach Zürich zurück. Foto: Monika Rittershaus

Bei aller Vorfreude auf die kommende Spielzeit, die an der heutigen Medienkonferenz transportiert wurde: Die Gegenwart ist auch im Zürcher Opernhaus geprägt vom Coronavirus. Zwar wird nach Absprache mit dem Kanton weiter gespielt, aber vor reduziertem Publikum – was in einem hoch ausgelasteten Haus bereits jetzt erhebliche finanzielle Konsequenzen hat.

Opernhaus-Intendant Andreas Homoki sprach von einem «mittleren bis hohen sechsstelligen Betrag», der bis am 15. März verloren geht. Werden die Massnahmen verlängert, wächst das Loch in der Kasse; ein komplettes Spielverbot würde rund 100'000 Franken pro Vorstellung kosten. Man versteht zwar die Verunsicherung, weil anderswo strengere Regeln gelten, ist aber dennoch froh, dass Zürich auf «Panikmache» verzichtet.

Jonas Kaufmann kommt zurück

In schwierigen Zeiten spielt auch Mussorgskys «Boris Godunow», die Eröffnungspremiere der kommenden Saison. Aber in Opern sind schwierige Zeiten oft die besten – und hier gilt das erst recht: Das Debüt von Michael Volle in der Titelrolle weckt jedenfalls hohe Erwartungen. Mit Christian Gerhaher präsentiert sich ein weiterer grosser Sänger in einer neuen Rolle, als Simon Boccanegra nämlich.

Und auch bewährte Stars kommen zurück; in Wiederaufnahmen wird man Cecilia Bartoli, Diana Damrau, Bryn Terfel und vielen weiteren begegnen; und der lange abwesende Jonas Kaufmann gibt immerhin einen Liederabend. Unter den neuen Namen fällt jener von Lisette Oropesa auf, die gerade durchstartet und sich dem hiesigen Publikum als Lucia di Lammermoor vorstellt.

Das Repertoire der Premieren bewegt sich wie gewohnt zwischen Barock und Moderne, konkret: Zwischen einem raren Pergolesi-Werk und der noch viel rareren und höchst aufwendigen Kafka-Oper «Amerika» des polnisch-israelischen Komponisten Roman Haubenstock-Ramati.

Kein Zucker für Dornröschen

Das Ballett bringt ein neues «Dornröschen», für das Christian Spuck «weit weniger Verzuckerung als üblich» versprach; in den weiteren Premieren werden diverse Choreografen erstmals in Zürich vorgestellt.

Für Generalmusikdirektor Fabio Luisi schliesslich wird die kommende Saison die letzte am Zürcher Opernhaus sein. Ende Mai wird er sich mit Mahlers Sinfonie Nr. 9 von seinem Posten verabschieden. Nicht aber vom Zürcher Publikum: Er wird auch künftig hin und wieder hier anzutreffen sein.

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