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Wagners vermeintlich ewiger Jude

Der Beckmesser gilt als Kondensat des wagnerschen Antisemitismus. Martin Gantner jedoch, der die Rolle in der Zürcher «Meistersinger»-Aufführung spielt, sieht das etwas anders.

Der Wettstreit: In den «Meistersinger» wird mit Liedern gebuhlt. (Aufnahme der Probe, Zürich, 18. Januar)
Der Wettstreit: In den «Meistersinger» wird mit Liedern gebuhlt. (Aufnahme der Probe, Zürich, 18. Januar)
Keystone
Pedanterie versus Naivität: Der kleinliche Beckmesser misst sich in den «Meistersingern» mit Walther von Stolzing.
Pedanterie versus Naivität: Der kleinliche Beckmesser misst sich in den «Meistersingern» mit Walther von Stolzing.
Keystone
Verdrehte Ideologie: Komponist Wagner. (Bayreuther Büste, Aufnahme vom 19.7.2010)
Verdrehte Ideologie: Komponist Wagner. (Bayreuther Büste, Aufnahme vom 19.7.2010)
Keystone
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Richard Wagner hatte Zeit seines Lebens ein Problem mit Juden, aus verschiedenen Gründen. Als Jungspund fühlte er sich von den arrivierten jüdischen Komponisten Mendelssohn und Meyerbeer zu wenig geschätzt, als Bayreuther Altstar entdeckte er die Tierliebe, was ihn zu einer polemischen Kritik an der angeblich typisch jüdischen Vivisektion veranlasste. Wagners Antisemitismus kulminierte in der Hetzschrift «Das Judenthum in der Musik» (1850), in der er seinen Privathass zur allgemeingültigen Theorie zu erheben versuchte; er behauptet, die Juden seien als entwurzeltes Volk den europäischen Völkern künstlerisch unterlegen. Wagners Pamphlet gehört zu den bekanntesten antisemitischen Schriften überhaupt.

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