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Weder Triumph noch Marsch

Verdis «Aida» wird im Zürcher Opernhaus zur Antikriegsoper. Dafür sorgen Regisseurin Tatjana Gürbaca und Dirigent Fabio Luisi mit einer Interpretation, die ganz auf die Gefühle und Traumata der Protagonisten ausgerichtet ist.

Warten auf den Tod: Iano Tamar (Amneris, links), Latonia Moore (Aida) und Aleksandrs Antonenko (Radamès).
Warten auf den Tod: Iano Tamar (Amneris, links), Latonia Moore (Aida) und Aleksandrs Antonenko (Radamès).
Monika Rittershaus

Geehrt soll er werden, der Retter des Vaterlandes, ein Orden wartet auf ihn – aber Radamès zieht sich die Jacke übers Gesicht. Zuvor hatte er schon den berühmtesten Triumphmarsch der Operngeschichte vor dem Fernseher verdöst, geplagt von den Bildern des siegreichen Krieges. Es waren Folterbilder wie aus Abu Ghraib, Bilder von Erschiessungen, von Kriegsversehrten in Rollstühlen und Feuersbrünsten. Man brauchte den Wikipedia-Eintrag zur posttraumatischen Belastungsstörung im Programmheft nicht zu lesen, um zu verstehen, woran dieser Radamès leidet.

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