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Zwei Nachfolger für Pierre Boulez

Als Star und Komponist stösst Wolfgang Rihm zur Lucerne Festival Academy, als Dirigent bleibt Matthias Pintscher.

Matthias Pintscher (links) und Wolfgang Rihm.
Matthias Pintscher (links) und Wolfgang Rihm.
Felix Broede

Man hatte sich ja schon gewundert, dass der deutsche Komponist Wolfgang Rihm an so vielen Konzerten des Lucerne Festival auftaucht, nun kennt man den Grund: Der 63-Jährige wird künstlerischer Leiter der Lucerne Festival Academy, die Pierre Boulez 2003 gegründet und seither geprägt hat. Wie Boulez ist Rihm ein bedeutender Komponist, ein begnadeter Kommunikator und ein begeisterter Gast-Luzerner. Aber dirigieren tut er nicht – weshalb ihm Matthias Pintscher als Principal Conductor zur Seite stehen wird.

Pintschers Name war bei den Spekulationen um die Nachfolge des 90-jährigen Boulez öfter gefallen. Der 1971 geborene Deutsche arbeitet seit drei Jahren mit der Academy, daneben leitet er das einst ebenfalls von Boulez gegründete Pariser Ensemble Intercontemporain, auch als Komponist hat er Erfolg. Was ihm wohl noch fehlt, ist jene Berühmtheit, die das Lucerne Festival eben auch schätzt: Schliesslich soll die Academy genau wie das Lucerne Festival Orchestra (für das man mit dem kürzlich gewählten Chefdirigenten Riccardo Chailly ebenfalls einen illustren Namen geholt hat) möglichst grosse, also auch internationale Ausstrahlung haben.

Dafür wird Rihm zweifellos sorgen – nicht zuletzt mit einem Kompositionsseminar, mit dem er das bisherige Angebot der Academy erweitern will: Junge Komponistinnen und Komponisten sollen ihre Werke mit den Musikern der Academy direkt erarbeiten können. Bereits dieses Jahr hat Rihm zudem die künstlerische Leitung der Roche-Commissions übernommen, die Kompositionsaufträge vergibt (Pintscher hat die Werke von Samy Moussa und Piotr Peszat am diesjährigen Lucerne Festival zur eindrücklichen Uraufführung gebracht).

Wie wichtig grosse Namen für die Academy sind, zeigen auch die ersten Programmvorschauen für 2016: Da taucht unter anderem Anne-Sophie Mutter als Solistin auf. Und natürlich bleibt auch der Name Pierre Boulez präsent – mit dem neuen Titel eines Ehrenpräsidenten.

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