Zwei Rollen für Cecilia Bartoli, ein Abend mit Placido Domingo

Das Zürcher Opernhaus präsentiert in der kommenden Saison viele grosse Namen – darunter ein paar alte Bekannte.

Cecilia Bartoli (r.) kehrt am nächsten Silvester als Cenerentola ans Zürcher Opernhaus zurück; Martina Janková (l.) wird auch wieder mit von der Partie sein.

Cecilia Bartoli (r.) kehrt am nächsten Silvester als Cenerentola ans Zürcher Opernhaus zurück; Martina Janková (l.) wird auch wieder mit von der Partie sein.

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Nach den grossen Balletterfolgen der letzten Zeit, so sagte Ballettdirektor Christian Spuck heute an einer Medienorientierung, werde man nun «etwas experimenteller». Konkret: Er wird eine Choreografie zu Helmut Lachenmanns 1997 uraufgeführter Oper «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» entwickeln. Zu einer Musik also, «zu der man nicht zählen kann» (Spuck); und mit dem Komponisten persönlich als Sprecher. Diverse Konzerte und ein Symposium ergänzen die Neuproduktion zu einem eigentlichen Lachenmann-Schwerpunkt.

Auch in der Sparte Oper setzt man auf Zeitgenössisches: Als Familienoper hat man Mark-Anthony Turnages «Coraline» auf den Spielplan gesetzt (Neil Gaimans Buch und vor allem Henry Selicks ziemlich gruseliger Animationsfilm dürften vielen Kindern bekannt sein). Und der Zürcher Komponist und Pianist Stefan Wirth hat den Auftrag für eine Uraufführung erhalten: «Girl with a Pearl Earring», ebenfalls nach einer literarischen Vorlage, die ebenfalls erfolgreich verfilmt wurde.

Die Hauptrolle in diesem Stück, den Maler Vermeer, gibt Thomas Hampson – der damit nach mehrjähriger Abwesenheit ans Zürcher Opernhaus zurückkehrt. Auch sonst trifft man einige Bekannte aus der Pereira-Zeit wieder an: den Regisseur Christof Loy etwa, der Donizettis «Don Pasquale» inszeniert. Oder seinen Kollegen Robert Carsen, dessen «Semele» kürzlich Wiederaufnahme feierte und der nun Strauss’ «Arabella» übernimmt (mit Julia Kleiter in der Titelrolle).

Countertenor und Breakdancer

Und weiter mit den grossen Namen: Publikumsliebling Cecilia Bartoli singt nicht nur die Hälfte der Abende in der Neuproduktion von Glucks «Iphighénie en Tauride», sondern auch die Wiederaufnahme von Rossinis «Cenerentola». Nur für einen einzigen Abend reist dagegen Placido Domingo an: Der 78-jährige Kult-Tenor ist mittlerweile zum Bariton geworden und singt am 13. Oktober den «Nabucco».

Auch sonst ist das Staraufgebot gerade bei den Wiederaufnahmen gross: Juan Diego Flórez gibt sein Rollendebut als Rodolfo in «La bohème»; Piotr Beczala singt den Lohengrin (und eine Operettengala); Christian Gerhaher kehrt als Wozzeck zurück. Aber auch neue Namen tauchen auf: Etwa jener des 28-jährigen Countertenors und Breakdancers Jakub Józef Orlinski, der 2017 beim Festival von Aix-en-Provence aufgefallen ist und seither eine rasante Karriere macht. Er wird in Händels «Belshazzar» zu hören sein.

Erstellt: 05.04.2019, 13:48 Uhr

Die Premieren 2019/20

22.9.2018: Janácek, «Die Sache Makropulos» (Jakob Hrusa/Dmitri Tcherniakow)

12.10.: Lachenmann, «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern», Ballett (Christian Spuck)

3.11.: Händel, «Belshazzar» (Laurence Cummings/Sebastian Baumgarten)

16.11.: Turnage, «Coraline», Familienoper (Ann-KatrinStöcker/Nina Russi)

8.12.: Donizetti, «Don Pasquale» (Enrique Mazzola/Christof Loy)

11.1.2020: «Forsythe», Ballett (William Forsythe)

2.2.: Gluck, «Iphigénie en
Tauride» (Gianluca Capuano/Andreas Homoki)

1.3.: Strauss, «Arabella» (Fabio Luisi/Robert Carsen)

5.4.: Kálmán, «Die Csárdásfürstin» (Ulf Schirmer/Jan Philipp Gloger)

30.4.: Haydn, «Il mondo della luna», Winterthur (Joseph Bastian/Tomo Sugao)

1.5.: «Walking Mad», Ballett (Hans van Manen und Johan Inger)

24.5.: Wirth, «Girl with a Pearl Earring», UA (Peter Rundel/Ted Huffman)

21.6.: Verdi, «I vespri siciliani» (Fabio Luisi/Calixto Bieito)

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