Allahu akbar! Minarett-Kunst erhitzt die Gemüter

In Langenthal hat Künstler Gianni Motti ein Minarett aufgestellt, ein anderer Künstler mixt den Ruf des Muezzin mit einem Sennen-Betruf. Kunst um Islam und Minarette erhitzt die Gemüter.

Sein Minarett sorgt in Langenthal für Unruhe: Künstler Gianni Motti.

Sein Minarett sorgt in Langenthal für Unruhe: Künstler Gianni Motti.

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Geht es nach der islamischen Glaubensgemeinschaft Xhamia e Langenthalit, steht in Langenthal bald ein Minarett. Das Baugesuch wurde vor zwei Jahren eingereicht, der Gemeinderat hatte es bewilligt. Der Widerstand war enorm: 80 Einsprachen und eine Petition mit über 1000 Unterschriften wurden eingereicht. Der Beitrag des Künstlers Gianni Motti zu diesem Konflikt: Er baut kurzerhand selbst ein Minarett auf das Dach des örtlichen Kunsthauses. Die Folge: Ein verärgerter Stadtpräsident, erboste Reaktionen, volle Leserbriefspalten.

In Langenthal wird nun um zwei Minarette gestritten. Um das echte, das noch nicht steht, und um das falsche, das mitten in der Stadt auf dem historischen Gebäude aufgebaut ist.

Ruf des Muezzin vom Kirchturm

Gianni Motti ist nicht der erste Schweizer Künstler, der sich an das Thema Islam und Minarette wagt. Johannes Gees hatte vor einem Jahr auf Kirchtürmen in der Schweiz heimlich Lautsprecheranlagen versteckt und per Timer zur Gebetszeit den Ruf des Muezzin ertönen lassen. Hier das Video von Zürich:

Die Aktion hatte eine Strafanzeige wegen Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit zur Folge, das Strafverfahren wurde aber eingestellt. Eine für das Museum angepasste Version des Werks steht zurzeit im Kunsthaus Zürich, dort mixt Gees den Ruf des Muezzin mit einem innerschweizer Sennen-Betruf.

Beschäftigung mit sich selbst

Motti und Gees beschäftigen sich in ihren Aktionen weniger mit dem Islam, als damit, wie man hierzulande auf die fremde Religion und die Menschen aus islamischen Ländern reagiert. Entsprechend kommen die Proteste nicht aus islamischen Kreisen, sondern vorwiegend von Schweizern.

Heikler kann es werden, wenn ein Künstler den Islam an sich zum Thema macht. Im Jahr 2006 stellte die Schweizerin Fleur Stoecklin in Düsseldorf eine Skulptur Namens «Aggression» aus: Eine Moschee, deren Minarette die Form von Raketen hatten. Nach einigen Tagen wurde die Skulptur entfernt – aus Angst vor Reaktionen aus islamistischen Kreisen.

Erstellt: 04.09.2008, 11:12 Uhr

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