Appenzeller Bauernmaler Albert Manser gestorben

Der Bauernmaler war schwer erkrankt. Die Verleihung des Innerrhoder Kulturpreis 2011 an Albert Manser war deshalb auf Juni 2010 vorverlegt worden. Am 12. Januar ist der 73-Jährige erlöst worden.

Der Meister und sein Werk: Albert Manser an einer Ausstellung im Jahr 2000.

Der Meister und sein Werk: Albert Manser an einer Ausstellung im Jahr 2000. Bild: Keystone

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International galt Manser als einer der bedeutendsten Vertreter der naiven Malerei. Wesentlich zu diesem Ruf beigetragen haben Mansers Kinderbücher «Albertli» und «Barbara», die in mehrere Sprachen übersetzt wurden und Bestseller sind.

Der Künstler stand in der Tradition der Appenzeller Bauernmalerei und der Senntumsmalerei. Manser hatte seinen eigenen Stil mit neuen Formen und Bildinhalten gefunden. In seinem Werk zeigen sich Elemente der naiven Malerei. Zur Ehrung seines Lebenswerks hatte er den Innerrhoder Kulturpreis 2011 erhalten.

Winter- und Regenbilder

Mansers Bauernmalerei zeigt aber nicht einfach eine «heile Welt»: Die Moderne hat Einzug gehalten mit der Appenzeller Bahn, mit Technik, die inzwischen einfach zur Landschaft dazugehört. Manser hat als einer der ersten Bauernmaler Winter- und Regenbilder gemalt: Landschaften unter weissen Flockenschleiern oder grauen Regenschlieren.

Sein Inventar an Sujets ist reichhaltig: Neben Kühen, Pferden, Ziegen und Hunden tummeln sich Hühner, Hähne, Katzen auf seinen Bildern, und immer fliegt irgendwo im blauen Himmel ein Vogelschwarm. Neben Sennen und Bauern, die ihrer Alltagsarbeit nachgehen, rennen Kinder, winken Bahngäste aus dem Zugfenster, weiden Kühe. Ein Pferd trabt vor der Kutsche, ein anderes zieht einen Karren, und natürlich fehlt die Alpfahrt fast nie.

Konditor und Maler

Auf dem Hirschberg oberhalb Appenzell geboren, kannte Manser den bäuerlichen Alltag seit seiner Jugend. Mit den Geschwistern half er im elterlichen Betrieb mit: im Stall, beim Heuen oder auf der Alp. Früh schon begann er mit Zeichnen. Seine bevorzugten Motive waren Bauernhäuser, Scheunen, Tiere und die Appenzeller Landschaft.

Seine gestalterische Begabung war ausschlaggebend für die Berufswahl: er wurde Konditor. Sein Chef, Jakob Spörri in Teufen, ermunterte Manser, nach alten Vorbildern zu malen. Das war sein Einstieg in die Bauernmalerei. 1966 stellte er zum ersten Mal aus - und hatte auf Anhieb Erfolg. (pbe/sda)

Erstellt: 16.01.2011, 17:21 Uhr

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