Aufruhr in Ungarns Kunstszene

Der Direktor der Budapester Kunsthalle, Gabor Gulyas, ist gestern aus politischen Gründen zurückgetreten.

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Auslöser war der Entscheid der rechts-konservativen Regierung von Viktor Orban, die Kunsthalle der sogenannten Ungarischen Kunst- Akademie (MMA) zu unterstellen. Bei dieser handelt es sich um eine Vereinigung ultra- konservativer Privatleute, die den Kurs der Regierung Orban unterstützen. «Da es mir die funktionelle Neuordnung der Kunsthalle unmöglich macht, auf souveräne Weise weiterzuarbeiten, ist es meine moralische Pflicht zurückzutreten», schrieb Gulyas in einer Stellungnahme vom Montag.

Die Budapester Kunsthalle ist der bedeutendste Ausstellungsort für moderne Kunst in Ungarn. Gulyas war erst Anfang 2011 zu ihrem Leiter ernannt worden. Zuvor hatte er die Kunstgallerie Modem in der ostungarischen Stadt Debrecen geführt. Als Regierungsmedien Anfang 2011 eine Verleumdungskampagne gegen kritische Geisteswissenschaftler, unter ihnen die Philosophin Agnes Heller, starteten, war Gulyas einer der wenigen dem rechten Lager zugerechneten Intellektuellen, die die Angegriffenen in Schutz nahmen. (sda)

Erstellt: 27.11.2012, 08:05 Uhr

«... ist es meine moralische Pflicht zurückzutreten»: Gabor Gulyas.

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