Die Festspiele Zürich werden zur Biennale

Die Festspiele Zürich finden künftig nur noch alle zwei Jahre statt. Die Leitung hofft, so eine intensivere Veranstaltung organisieren zu können.

Die Veranstaltung «Oper für alle» fand als Teil der Festspiele Zürich statt: Zuschauer verfolgen im Juni 2015 vor dem Opernhaus Zürich eine Übertragung von Giuseppe Verdis «Aida».

Die Veranstaltung «Oper für alle» fand als Teil der Festspiele Zürich statt: Zuschauer verfolgen im Juni 2015 vor dem Opernhaus Zürich eine Übertragung von Giuseppe Verdis «Aida».

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Seit 1996 gibt es die Festspiele Zürich, seit vier Jahren haben sie einen thematischen Schwerpunkt – Wagner, Prometheus, Shakespeare und in diesem Sommer Dada. Über 100'000 Besucher ziehen sie regelmässig an. Künftig sollen sie nur noch alle zwei Jahre stattfinden, wie heute bekannt gegeben wurde.

Ein zweijähriger statt eines jährlichen Rhythmus: Das lässt sofort an eine Sparübung denken. So einfach ist es allerdings nicht. Die offizielle Sprachregelung: Stiftungsrat und Künstlerische Kommission (darin sind die Leitungen von Opernhaus, Schauspielhaus, Tonhalle und Kunsthaus vertreten) hätten sich «nach einer Phase der internen Evaluation» für «organisatorische Anpassungen» zugunsten einer «langfristigen Konsolidierung des Erfolgsmodells Festspiele» entschlossen.

Auf Nachfragen erläutert Alexander Keil, Leiter der Geschäftsstelle, man wolle nicht sparen, sondern «inhaltlich tiefer bohren» und «die künstlerische Arbeit ausbauen». Für ein ehrgeiziges Programm, wie man es weiter vorlegen wolle, brauchten die beteiligten Institutionen (neben den vier grossen noch rund 30 weitere) «Zeit und Schnauf». Man wolle ja jeweils Veranstaltungen anbieten, die sowohl einen Zürichbezug hätten als auch Ausstrahlung über die Region und die Landesgrenzen hinaus.

Vorverlegt und verdichtet

Konzentrieren wollen sich die Festspiele auch zeitlich: Sie werden vorverlegt und auf drei Wochen im Juni verdichtet (wie schon bei «Dada – zwischen Wahnsinn und Unsinn»), also deutlich vor dem Ende der Theater- und Opernsaison. Seltener und dichter: Das bedeutet auch weniger Kosten – oder eben mehr Geld für weniger Festspiele. Bisher verfügten die Festspiele über einen Etat von rund 2,4 Millionen Franken. Er setzt sich zusammen aus 1,1 Millionen an Zuschüssen des Kantons, 300'000 von der Stadt Zürich, 805'000 aus Drittmitteln (Partner wie die Swiss Re, private Unterstützer, ein «Supporter-Club» aus 40 Privatpersonen, den Peter Weibel gegründet hat und der allein 300'000 beigesteuert hat). Dazu kommen 220'000 Franken aus Inserateeinnahmen (die Zahlen sind von 2014, der Geschäftsbericht für 2015 liegt noch nicht vor).

Sowohl Peter Haerle, Kulturchef der Stadt Zürich, als auch Madeleine Herzog, Leiterin der Fachstelle Kultur beim Kanton, wollen die Zuschüsse jährlich erhalten, so dass sie kumuliert werden können. Haerle muss noch vor Gemeinde- und Stadtrat, Herzog nur vor den Regierungsrat. So hat Elmar Weingarten, amtierender Geschäftsführer und Künstlerischer Leiter, die «Hoffnung, alle zwei Jahre mehr Geld zur Verfügung zu haben» als jetzt. Das Doppelte wird es zwar nicht sein, weil die Struktur der Festspiele ja auch im «Zwischenjahr» erhalten und finanziert bleibt (in diesem festspiellosen Jahr soll wenigstens der Festspielpreis verliehen werden).

«Reichere, intensivere, ausladendere Festspiele»

Weingarten ist deshalb «glücklich mit dieser Lösung». Er erinnert an grosse Projekte wie die Aufführung von Luigi Nonos «Prometeo», für die 300'000 Franken Drittmittel ausserhalb des Etats eingeworben werden mussten. «So etwas gelingt nicht jedes Jahr, aber alle zwei Jahre schon.» Die Festspiele hätten immer mit einem «relativ kleinen» Budget auskommen müssen; alle zwei Jahre über mehr verfügen zu können, sei eine Verbesserung.

Weingarten hofft nun auf «reichere, intensivere, ausladendere Festspiele» und freut sich auf das umfangreiche Dada-Programm mit seinen 150 Veranstaltungen, das letzte seiner Ära. Am 3. Juni geht der Wahnsinn/Unsinn los und dauert bis zum 26. Juni. Die nächsten Festspiele wird Zürich dann erst im Jahr 2018 erleben.

Dann auch mit einer neuen Führungscrew: Auf September 2016 wird Ursula Gut-Winterberger (die langjährige Regierungsrätin des Kantons) neue Präsidentin der Festspielstiftung, sie folgt auf den langjährigen Präsidenten Peter Weibel, der wie Elmar Weingarten in den Ruhestand geht. Neuer Geschäftsführer wird Alexander Keil, der gegenwärtig die Geschäftsstelle leitet; statt eines künstlerischen Leiters gibt es künftig einen Kurator, der je nach Thema gewählt wird. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 23.03.2016, 14:35 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Blogs

Sweet Home 15 weihnächtliche Dekorationsideen

Tingler Auf dem Index

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Die Welt in Bildern

Festival vereint die verschiedenen Kulturen des Landes: Eine Frau singt und tanzt bei einem Strassenfest in Südafrika in einem traditionellen Kleid. (14. Dezember 2018)
(Bild: Rajesh JANTILAL) Mehr...