Drei als NS-Raubkunst identifizierte Kunstwerke zurückgegeben

Drei Werke aus der Gurlitt-Sammlung befinden sich neu im Besitz der Erben ihrer rechtmässigen Eigentümer.

Monika Grütters, Kulturstaatsministerin Deutschlands, zeigt die drei Werke.

Monika Grütters, Kulturstaatsministerin Deutschlands, zeigt die drei Werke. Bild: Reuters

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Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat drei als NS-Raubkunst identifizierte Kunstwerke an die Erben des französischen Kunstsammlers Armand Dorville zurückgegeben.

Das Aquarell «Dame im Abendkleid» und das Ölgemälde «Porträt einer Dame» von Jean-Louis Forain (1852-1931) kommen aus dem Bestand des Kunsthändlers Cornelius Gurlitt, die Zeichnung «Amazone mit aufbäumendem Pferd» von Constantin Guys (1802-1892) war zuletzt in Privatbesitz.

Der bisherige Besitzer der Arbeit von Guys hatte die Zeichnung für eine Provenienzerforschung zur Verfügung gestellt und gegebenenfalls eine Rückgabe zugesagt. Das Werk gehörte einst auch zum Kunstbestand des Sammlers und vormaligen NS-Kunstberaters Hildebrand Gurlitt.

Der Sammler Dorville, ein Notar in Paris, hatte sich nach der deutschen Besetzung Frankreichs in die Dordogne zurückgezogen. Sein Kunstbesitz wurde 1942 in Nizza zwangsversteigert. Der Erlös wurde den Erben vorenthalten, ein Teil der Familie wurde von den Nazis ermordet.

Von den mehr als 1500 Werken aus dem Gurlitt-Fund sind bisher 13 als Raubkunst identifizierte Werke an die rechtmässigen Eigentümer restituiert worden.

Die Gurlitt-Sammlung wurde 2013 entdeckt. Hildebrand Gurlitts Sohn Cornelius setzte in seinem Testament überraschend das Kunstmuseum Bern als Alleinerbin an. Das Museum vereinbarte mit Deutschland, dass nur «saubere Bilder» nach Bern kämen. Bilder, deren Herkunft nicht geklärt ist, verbleiben demnach in Berlin und werden zurückgegeben, sofern Anspruchsberechtigte gefunden werden.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass nur ein vergleichsweise kleiner Teil der Werke im Gurlitt-Konvolut Raubkunst ist. (flo/sda)

Erstellt: 22.01.2020, 16:52 Uhr

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