Folter und Schmerz in Pastell

Rocker Marilyn Manson weiss, wie man Leute schockt. Das ist in seiner zweiten Leidenschaft, der Malerei, nicht anders als in der Musik.

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Diese Woche weilte der Schockrocker und bildende Künstler Marilyn Manson in Wien – zur Eröffnung einer Ausstellung, bei der er selbst seine Werke präsentiert. Drei davon hat er gar extra nur für die Präsentation angefertigt. «Die Genealogie des Schmerzes» heisst die Bildstrecke, die sanfter daherkommt als man es von einem hartgesottenen Skandalrocker erwarten würde.

Die Themen der Aquarelle reichen zwar von Folter bis hin zur Selbstverstümmelung, doch es dominieren Pastelltöne. Manson selbst erklärt diesen Zwiespalt so: «Ich versuche, Dinge auf die Art und Weise zu malen, in der ich träume.» Einige davon waren 2007 bereits im Zürcher Cabaret Voltaire ausgestellt.

Der Direktor der Kunsthalle Wien, Gerald Matt, erfreut sich an der Malerei Mansons und dieser «existenziellen Twilight-Zone», wie er es nennt. Manson setzt seine Werke in Dialog mit vier frühen Kurzfilmen von David Lynch. Bei der Eröffnung der Ausstellung unterrichtete er vor versammelter Presse über die Hintergründe. Dabei lobte er vor allem Lynch und dessen Film «Blue Velvet», welcher Manson als Inspirationsquelle diente: David Lynch sei in erster Linie ein Künstler und nur per Zufall im Beruf des Regisseurs tätig.

Musik und Malerei trennen

Auf manchen Gemälden ist Marilyn Manson selbst zu erkennen. Er hat sich als Musiker zur exzentrischen Kunstfigur stilisiert und stellt sich so auch auf den Bildern dar. Bleiche, stark geschminkte Menschen, skelettartig und nicht von dieser Erde, tauchen regelmässig auf – auch Mansons bekanntestes Werk «The man who eats his fingers» (2006) erinnert stark an seine eigene Person.

Auf eine musikalische Kostprobe verzichtete Manson bei seinem Wien-Besuch. Er will die Bereiche Kunst und Musik voneinander trennen. Die einstige Schockfigur der Rockszene will vor allem als Maler wahrgenommen werden – sein einstiges Metier, die Musik, ist inzwischen in den Hintergrund gerückt.

Erstellt: 02.07.2010, 11:41 Uhr

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