Grosse Namen und ein Comeback

Zu den 36. Literaturtagen in Solothurn werden rund 100 Autoren erwartet. Neben Lesungen mit jüngeren Autoren, sind auch altbekannte Gäste im Programm.

Verantwortlich für die Literaturwerkschau: Geschäftsleiterin Reina Gehrig.

Verantwortlich für die Literaturwerkschau: Geschäftsleiterin Reina Gehrig. Bild: Keystone

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Eröffnet werden die Literaturtage am 30. Mai, zu Beginn des Auffahrtswochenendes, im Landhaussaal von Lukas Bärfuss, der seinen neuen ­Roman «Koala» mitbringt. Bärfuss wird den Veranstaltungsreigen auch beschliessen, wird ihm doch am Sonntag, 1. Juni, der Solothurner Literaturpreis verliehen.

«Stimmen – Voix – Voci – Vusch»: So lautet das Thema der 36. Solothurner Literaturtage. Nach dem abrupten Abgang von Bettina Spoerri, die ihre Rolle als Intendantin definierte und nach nur einer Ausgabe wegen Kompetenzstreitigkeiten das Handtuch warf, zeichnet erstmals die 31-jährige Reina Gehrig als Geschäftsleiterin für die Literaturwerkschau verantwortlich. Der interimistisch für zwei Jahre gewählten Kulturwissenschaftlerin wurde der Autor und Kritiker Beat Mazenauer als Koordinator der Programmkommission beigestellt.

Neben einer breiten Palette von Lesungen mit jüngeren Autorinnen und Autoren wie Dorothee Elmiger, Silvia Tschui, Heinz Helle oder Henriette Vásàrelyi sind auch drei Künstler im Programm, die früh zu Ruhm gelangten und später für längere Zeit von der Bildfläche verschwanden: Reto Hänny stellt «Blooms Schatten» vor, Gertrud Leutenegger liest aus «Panischer Frühling», und nach 20 Jahren Schweigen markiert Rolf Niederhausers 600 Seiten starkes Roadmovie «Seltsame Schleife» eine Art Comeback.

Wanderlesung und Kolumnen

In einem «Poesiesalon» werden Gedichte etwa von Klaus Merz oder Nora Gomringer einer genauen Lektüre ­unterzogen. In der Reihe «Autoren im Dialog» diskutieren je zwei Schriftstellerinnen und Schriftsteller über Aspekte der sprachlichen Vielstimmigkeit und Musikalität. Es gibt «Wanderlesungen» im Bus, Übersetzungs- und Zukunfts­ateliers – etwa über die Literatur­förderung und das Verlagswesen im Jahr 2034 –, eine stark ausgebaute Kinder- und Jugendliteraturschiene sowie eine eigene Live-Radioshow, an der unter ­anderen Jens Nielsen, Michael Stauffer und Noëlle Revaz mitwirken. Mit den ­TA-Autoren Peter Schneider und ­Constantin Seibt erhält das Genre der Kolumne in Solothurn erstmals eine Stimme. Schneider wird zudem vom 22. Mai bis zum 1. Juni einen Blog auf der Website der Literaturtage betreiben.

Unter den ausländischen Gästen ragen der Österreicher Thomas Stangl, der Schwede Aris Fioretos und die auf Deutsch schreibende Ukrainerin Katja Petrowskaja heraus, die 2013 den Bachmann-Preis gewann und jüngst den Erzählband «Vielleicht Esther» vorlegte. Aus Anlass seines 80. Geburtstages diskutiert Adolf Muschg schliesslich zum Abschluss am Sonntag mit Alt-Bundes­rätin Micheline Calmy-Rey.

www.literatur.ch (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 25.04.2014, 06:39 Uhr

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