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Bilder, an die man ganz nahe heranwill

Er war Japans «Lebender Nationalschatz»: Das Museum Rietberg zeigt erstmals Holzschnitte von Ito Shinsui ausserhalb seiner Heimat.

Es wuchert. Erst vor wenigen Wochen eröffnete die Ausstellung «Gärten der Welt» im Museum Rietberg – und mit ihr eine neckische kleine Holzkonstruktion auf dem Plätzchen vor dem Museumseingang. Als Amuse-Bouche für die Schau und als Sitzgelegenheit der etwas anderen Art war das Ding mit unzähligen Pflanzenkübeln bestückt worden, aus denen anfangs artig kleine Pflänzchen lugten. Nun spriesst es üppig an allen Ecken und Enden; ein regelrechter Mini-Dschungel ist da entstanden. Und so hübsch das aussieht, so weh wird einem ums Herz, wenn man daran denkt, dass bald der Herbst Einzug hält und die ganze blühende Pracht dahin sein wird.

Eine ähnliche Wehmut befällt einen auch im Soussol des Museums, wo in dem kleinen Saal vis-à-vis der Gartenausstellung gestern still und leise eine Premiere über die Bühne ging: Erstmals überhaupt wurde eine Ausstellung des japanischen Holzschnittmeisters Ito Shinsui (1898–1972) ausserhalb seiner Heimat eröffnet. Und mit den zarten Motiven einem Bild Japans Leben eingehaucht, das es so nicht mehr gibt – und nie mehr geben wird.

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