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Christie’s meldet ein Spitzenjahr

Das von London aus operierende Auktionshaus für Kunst war noch nie so erfolgreich. Immer wichtiger werden Online-Auktionen.

Die Werke aus der Rockefeller-Sammlung bescherten Christie's ein Rekordjahr. Ein Drittel der Verkäufe aus diesem Nachlass wurde online abgewickelt.
Die Werke aus der Rockefeller-Sammlung bescherten Christie's ein Rekordjahr. Ein Drittel der Verkäufe aus diesem Nachlass wurde online abgewickelt.
Keystone

Mit 5,3 Milliarden Pfund (6,8 Milliarden Franken) schaut das Auktionshaus Christie’s auf das erfolgreichste Jahr seit seiner Gründung im Jahr 1766 zurück. Gegenüber dem Vorjahr konnte es seinen Umsatz um drei Prozent steigern. Das global agierende Unternehmen, das sich im ­Besitz des französischen Milliardärs und Kunstsammlers François Pinault befindet, behauptet sich mit diesem Ergebnis als Marktführer.

2017 trug der Verkauf von Leonardo da Vincis «Salvator Mundi» (Echtheit nach wie vor umstritten) für sensationelle 450 Millionen Dollar zu der Erfolgsbilanz bei. 2018 war es die Sammlung von Peggy und David Rockefeller, deren Versteigerungserlös alles andere in den Schatten stellte, wie Bertold Müller, Managing Director von Christie’s Europe, Middle East, Russia and India, gestern sagte. Der Verkauf der etwa 1500 Objekte umfassenden Sammlung der amerikanischen Industriellenfamilie erbrachte 835 Millionen Dollar. Der ganze Erlös wurde von der Rockefeller Foundation zu karitativen Zwecken verwendet, was dem Ruf eines Kunstmarkts, wo immer wieder dubiose Geschäfte getätigt werden, durchaus guttut.

Das Spitzenlos an der Rockefeller-Versteigerung war Picassos «Fillette au corbeille fleurie» von 1905, die für 115 Millionen Dollar von David Nahmad gekauft wurde. Der libanesisch-amerikanische Kunsthändler wurde in Zusammenhang mit Raubkunst auch in den Panama Papers genannt.

Die «Fillette au corbeille fleurie» von Picasso war das Highlight aus der Rockefeller-Sammlung. Quelle: Instagram

Das Bild befindet sich jetzt in der Picasso-Ausstellung in der Fondation Beyeler in Riehen. Kenner des Kunstmarktes meinen, dass der Picasso mit dem minderjährigen nackten Mädchen wegen der #MeToo-Debatte nicht den Preis erzielt habe, den es eigentlich wert sei.

Ein Drittel der Verkäufe aus der Rockefeller-Sammlung wurde über das Internet abgewickelt. Auch wenn die öffentlichen Kunstauktionen bei weitem den grössten Anteil des Umsatzes von Christie’s generierten, werden die Online-Auktionen immer wichtiger. So erzielte das Unternehmen im Internet einen Umsatz von 250 Millionen Dollar. Christie’s stellt auch in diesem Bereich alle Konkurrenten in den Schatten.

Wichtige Online-Verkäufe

Wichtig sind die Online-Verkäufe laut Müller, weil man eine breitere und jüngere Käuferschicht erreicht. Über 40 Prozent der neuen Kunden werden auf diesem Weg rekrutiert, auch weil das Preissegment ein anderes ist als bei den traditionellen Auktionen. Bei den Offline-Verkäufen gibt es je nach Werk ebenfalls moderate Preise, sodass die Kunden von Christie’s nicht nur aus dem Kreis der Superreichen stammen.

Zu reden geben aber die grossen Lose, im letzten Jahr zum Beispiel ein Edward Hopper für 91 Millionen Dollar, ein Claude Monet für 84 Millionen Dollar oder ein Edelstein wie der Winston Pink Legacy, der bei einer Auktion in Genf über 50 Millionen Schweizer Franken erzielte.

Das teuerste Werk eines Schweizer Künstlers war eine kleine Figur von Alberto Giacometti, die bei einer Auktion in Zürich für 1,8 Millionen Franken den Besitzer wechselte.

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