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Christie's stoppt Verkauf von Miró-Gemälden

Rechtsstreit um 85 Kunstwerke: Die portugiesische Kulturszene war gegen den Ausverkauf des kulturellen Reichtums Sturm gelaufen. Nun bleiben die Bilder vorerst im Besitz des Staates.

Aus dem Besitz der Bank BPN: Eine Frau läuft an einem Miró-Kunstwerk bei Christie's vorbei. (30. Januar 2014)
Aus dem Besitz der Bank BPN: Eine Frau läuft an einem Miró-Kunstwerk bei Christie's vorbei. (30. Januar 2014)
Reuters

Die von der portugiesischen Regierung geplante Versteigerung von 85 Miró-Gemälden ist kurz vor Beginn der Auktion wegen eines Rechtsstreits abgesagt worden. Der Verkauf der staatlichen Sammlung wurde wegen eines Streits vor der portugiesischen Justiz gestoppt. Das teilte das Londoner Auktionshaus Christie's mit. Dabei hatte ein Verwaltungsgericht in Lissabon eigentlich grünes Licht für die umstrittene Auktion gegeben.

Die Kunstwerke des spanischen Malers Joan Miró stammen aus dem Besitz der Bank BPN, die 2008 nach hohen Verlusten verstaatlicht worden war. Zu der Sammlung gehört auch das Gemälde «Frauen mit Vögeln», dessen Wert von Christie's auf bis zu 8,4 Millionen Euro (10,2 Millionen Franken) geschätzt wird.

Nach den Worten des Auktionshauses handelt es sich um eine der «umfassendsten und eindrucksvollsten Sammlungen des spanischen Künstlers, die jemals zur Versteigerung angeboten wurden.» Das Auktionshaus schätzt den Wert der Sammlung insgesamt auf mehr als 30 Millionen Pfund (44,5 Millionen Franken).

«Ausverkauf des kulturellen Reichtums»

Opposition und Kulturszene in Portugal waren Sturm gelaufen gegen den Ausverkauf des kulturellen Reichtums des Landes. Auf Betreiben mehrerer sozialistischer Abgeordneter beantragte die Generalstaatsanwaltschaft beim Verwaltungsgericht in Lissabon eine Einstweilige Verfügung, doch wies dieses am Dienstag den Antrag zurück.

Christie's erklärte am späten Nachmittag jedoch, aufgrund der «juristischen Unsicherheiten», die durch den Streit zwischen dem portugiesischen Staat und den Abgeordneten der Opposition entstanden seien, könne der Verkauf am Abend nicht wie geplant stattfinden. «Wir haben gegenüber unseren Kunden die Verantwortung, ihnen die Eigentumsrechte ohne Probleme zu übertragen», hiess es in der Erklärung zur Begründung.

Die Regierung in Portugal hatte den umstrittenen Verkauf der staatlichen Sammlung unter Verweis auf den knappen Staatshaushalt gegen alle Kritik verteidigt. Portugal hatte sich 2011 im Gegenzug für eine internationale Finanzhilfe in Höhe von 78 Milliarden Euro zu einem strikten Sparkurs verpflichtet.

SDA/ajk

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