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David mit Scharfschützengewehr

Im fernen Rom interessieren die Werbestrategien der US-Waffenlobby normalerweise niemanden. Doch beim Missbrauch einer nationalen Kunstikone hört für die Italiener der Spass auf.

Akt mit Schusswaffe: Die Werbung von Armalite.
Akt mit Schusswaffe: Die Werbung von Armalite.

Kultusminister Dario Franceschini kündigte Schritte gegen die Marketing-Aktion eines Schusswaffenhändlers aus dem US-Bundesstaat Illinois an, der die berühmte David-Skulptur mit einem Gewehr in der Hand abbildet. «Die Darstellung eines bewaffneten Davids ist beleidigend und verstösst gegen das Gesetz», erklärte Franceschini.

Die beanstandete Werbung der Firma Armalite inszeniert eine 3000 Dollar teure Schusswaffe als «Kunstwerk». Ein für Kulturelles Erbe und Bildende Kunst zuständiges Aufsichtsgremium aus Florenz hatte diese Darstellung verurteilt. Kuratorin Cristina Acidini drohte gar mit rechtlichen Schritten, falls die Werbung nicht unverzüglich zurückgezogen werden sollte.

«Ästhetischen Wert der Skulptur nicht verunstalten»

Das Urheberrecht an der berühmten David-Skulptur, die seit 1873 in der Florenzer Galleria dell'Accademia steht, liegt beim italienischen Staat. Für jegliche kommerzielle Nutzung der Marmorstatue verlangt die Regierung in Rom Lizenzgebühren – und Armalite hatte diese offensichtlich nicht bezahlt.

«Das Gesetz besagt, dass der ästhetische Wert der Skulptur nicht verunstaltet werden darf», sagte Akademie-Direktor Angelo Tartuferi der Tageszeitung «Repubblica». «In diesem Fall haben wir es nicht nur mit schlechtem Geschmack zu tun, sondern auch mit einer illegalen Handlung.»

SDA/kpn

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